Karlstadt zrz
rosa des trpn vom Papste an ein allgemeines Concilium, worin er das erste
indliche» Beispiel gab und seine bald wirksame Erklärung für die Ehe der
Rann, Kleriker waren deutliche Beweise seines Eifers für Luther» und
cheimmg dessen Sache. Während Luther auf der Wartburg saß, erlaubte
id Miß- sich Karlstadt aber noch stärkere und sogar tumultuarische Aus-
ciebem» bräche dieses Eifers. Weihnachten ibar fing er an in der Schloß-
an dem kirche die Messe in deutscher Sprache zu lesen und das Abendmahl
, zu er- mit Weglassung der Beichte unter beiderlei Gestalt auszutheilen
ston der und führte Volk und Studenten selbst mit Ungestüm zur Zerstö-
in dem rang der Heiligenbilder und Altare an. Luther, der diese unzei-
schäffti- tigen Schritte höchlich mißbilligte, stellte gleich nach seiner Zurück-
den ßst- kunft die alte Ordnung der Dinge her, und Karlstadt, obwol da-rre Ist- bei mit Schonung behandelt und auf zwei Jahre zum Schweigen
>en aui- gebracht, konnte doch diese schnelle Vernichtung eines Werkes, von
-züglilh- dem er sich nicht weniger Ruhm für ferne Person als Segen für
1795, e die gute Sache versprochen hatte, nicht verschmerzen. Er ging Ka-nus dei her rö-4 heimlich nach Orlamünde, veranlaßte daselbst, nach Ver-
systcme- treibung des Pfarrers dieselben gewaltthätigen Auftritte und warf
(Erlas- sich, da Luther eben zu Jena gegen diese Unruhen predigte, Kffent-
iften. sich zu seinem Gegner auf; so daß der Kurfürst Friedrich selbst
mdniiral durch eine heftige Klagschrift wider Luthern von ihm gereizt und,
>et sei»! zumal da Karlstadt sich schon früher mit den Zwickauischen Bilder-
che ihm stürmern und den Mühlhausischen Aufrührern, ja mit Münzcrn
heile der selbst in Verbindung eingelassen hatte, für die Ruhe besorgt, ihn
Liesest! im Sept. iSag. aus seinen Landen verwieß. Karlstadt wich, be-
dortige» gann aber nun den unseligen Sacramentsstreit, in welchem er ge-
ife. gen Luthern die leibliche Gegenwart Christi im Abendmahle all-ster u»d läugnete, einen Streit, der von beiden Seiten mit der größten Er-beinheit bitterung geführt, und, da Zwingli sich, wiewol mit bessern Grün-
chätzmig den, für Karlstadts Meinung erklärte, der erste Anlaß des Kam-
>. Ei»! Pfes der schweizerischen Theologen mit den Wittenbergern und der,
,en aber daraus folgenden Trennung der reformirten von der lutherischen
Goldes Kirche wurde. Er selbst irrte inzwischen, der Theilnahme an dem-
nderm- Bauernkriege in Franken mit Grund verdächtig, unstät in Deutsch-en wo» land umher und suchte endlich, zum äußersten Elend heradgcsun-
che man ^ ken, Hülfe bei Luthern, der ihn auch nach einer in etwas befrie-
aun gar digenden Erklärung über jenen Streit großmüthig aufnahm, und
er ganz ihm unter der Bedingung, daß er seine Meinungen ganz zurück-
s Gold. halten sollte, einen Zufluchtsort in Kemberg verschaffte. Hier lebte
r zwa»- der gedemüthigte Mann, als Nachbar Audreas, vom Feldbau
fremd- und einem kleinen Handel beinah drei Jahre; sein unruhiger Geist
d, rc. verleitete ihn jedoch schon im I. 1628 jene Bedingung durch Her-
Uiid nur ausgäbe einiger Schriften und Verkehr mit dem Jrrlehrer Schwenk-
, ist i» feld (s. d. Art.), ja selbst durch Machinationen gegen Luthers Per-
irmerei, stn zu brechen-, und um dem verschuldeten Ungewitter auszuwei--
acoiniS, chen, begab er sich zu Ende desselben Jahres nach der Schweiz.,
„urde er Hier fand er die beste Aufnahme, wurde zuerst Pfarrer zu Llk-
leutende stadt im Rheinthal, rgZo Diaconus zu Zürch und endlich 1ZZ1 Pre-
,. Da« diger und Professor der Theologie zu Basel, wo er sich ruhig ver-
strcng' hielt und mit dem Ruhme eines frommen und redlichen Mannes
Zig inst starb. Seine Berirrungen waren gewiß mehr Fehler des .-copfr
sen und als des Herzens, und wenn man auch den Eifer, den er an eitle
Luther» und mißliche Unternehmungen verwendete, bedauern, seine Schwär-
lpxella- ^ merei, Unbesonnenheit «nb ansan^s gan^. ungegründete Ekbifle-