Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Karnieß

Karschin

rung gegen Luthern aber mißbilligen muß; so ist doch die Beschul-digung, daß er sich selbst an Luthers Stelle zum Haupte der Re-formation habe auswerfen wollen, keineswegs erwiesen. L.

Karnieß s. Eorniche.

Kärnthen, ein zur österreichischen Monarchie gehörigesHerzogthum, so genannt nach den Karnen oder Karantanen, ei-nem keltischen Volke, von denen auch die Alpen im ober» Krai»Noch die Karnischen heißen. Es gränzt nördlich und östlich a»Steyermark, westlich an Tyrol, südlich an Italien und Krai».Seit dem Schönbrumier Frieden vonigog, in welchem von Kärnthe«der Villacher Kreis an Frankreich abgetreten und zu den sogenannte»illyrischen Provinzen geschlagen worden, machte die Sau die Gränzezwischen diesen und Kärnthen. Das Land ist ungefähr Zoo ^Mei-len groß, hat ir Städte und 21 Marktflecken, und 260,000 Ei»,wohner. Eisen- und Stahlfabriken sind der bedeutendste Nas-rungszweig. Der Hauptfluß ist die Drau, die auf den tyrolischi»Alpen entspringt und durch das Herzogthum nach Steyermarkfließt. In ihr Thal lausen die Thäler aller übrigen Flüsse dttgebirgigen Landes aus, und alle ergießen sich in sie. Die Haupt-stadt KLrnthens ist Klagenfurt. Das Wappen von Kränthen ißein der Länge nach getheilter Schild, rechts drei über einandergehende Löwen im goldnen, links ein rother Mittelbalken im sil-bernen Felde. Bis auf Kaiser Rudolph I. hatte Kärnthen schrabwechselnd Herzöge aus verschiedenen Häusern. Dieser entriß esdem König Ottokar von Böhmen und gab 1286 es dem Grase«Meinhard von Görz und Tyrol zu Lehn, mit Vorbehalt der Falzefür Habsburg nach Abgang seines Mannsstamms. Als dieser iniiHeinrich iZ^5 ausstarv, erkannte Kaiser Ludwig, der Bayer, Mie-then, ungeachtet er es vorher zum Besten der Tochter Heinrichs,Margaretha Maultasch, für Weiberlehn erklärt hatte, den Herze-gen Otto und Albrecht von Oesterreich zu, bei welchem Hause «Sgeblieben ist. — Angemerkt kann werden, daß die Italiener diedeutschen Kreuzer, vermuthlich weil sie ihnen über Kärnthen j«-gekommen, Karanrani nennen. - Ai.

Karren (in der Buchdruckerkunst) s. Kurbel.

Karschin (Anne Louise), geborne Dürbach, verdient we-gen ihrer Lebensgeschichte sowol, als wegen der originellen Ausbi - jdüng ihres Geistes, auch ihres Dichtertalents vorzüglich bemerk!zu werden. Sie wurde am 1. Dec. 1722 in einer adligen Meiereiunweit Schwibus an der schlesischen Grenze geboren, und nach demfrühzeitigen Tode ihres Vaters, eines Pachters und Bierbrauer»,bei ihrem Onkel, einem Amtmann, in den Anfangsgründen desmenschlichen Wissens und auch in der lateinischen Sprache unter-richtet. Ihr Genie und die Fortschritte, die sie in den Wissen-schaften machte, brachten die Mutter auf den Gedanken, welchennachher die Erfahrung nur allzusehr bestätigt hat, daß sie gar nMfür die Hauswirthschaft sorgen würde; sie wurde also drm Onmweggenommen, und mußte drei Jahre lang auf dem mütterlichenLandgute die Kühe weiden. Allein sie fanv bald Gelegenheit,rer Lieblingsneigung wieder nachzuhängen; sie machte auf e»Flur Bekanntschaft mit einem sehr belesenen Hirtenknaben, der pvon Zeit zu Zeit mit verschiedenen, meistens schlechten Büchernsorgte. Durch diese elende Lectüre,, die sie nur heimlich trewkennte, so wie durch ihr Naturgefühl unh ihre lebhafte PyantM, ^