Z26 Kartenspiel Kartoffeln
Klenke, weit vermehrter als ehedem Glcim, zu Berlin, und zumzweiten Mal 1797 nebst ihrem Lebenslaufe herausgegeben.
Kartenspiel ist wahrscheinlich eine Erfindung der Mor-genländer, welches aus dem Namen, den sie anfänglich in Italien,Spanien und Portugal führten, zu erhellen scheint. Man findetnämlich, daß sie im 1 .1Z9Z von den Italienern Nnidi, und von de»Portugiesen und Spaniern IVuipk-5 genannt worden. Da nun dieserWort in den morgenländischen Sprachen so viel als Voraussetzung oderWahrsagung bedeutet; so machen es diese Benennungen nicht un-wahrscheinlich, daß die Karten morgenländischen Ursprungs sind.Wenn nun noch erwiesen werden könnte, daß, wie man sagt, dieZigeuner, die offenbar ein indisches Volk sind, die Karten zuerstin Asien und Afrika bekannt gemacht haben; so wäre jene Vermu-thung außer allen Zweifel gesetzt. Bonden Zigeunern lernten, wieman weiter beya. ptet, die Araber oder Saracenen die Karten kei-nen, welche letztere den Gebrauch derselben in Europa verbreitete».Auch der Weg, den das Kartenspiel bei seiner Verbreitung durchEuroea nahm, zeigt, daß es zuerst aus dem Oriente zu uns ge-kommen seyn muß: denn in den Ländern, die weiter gegen Mor-gen uud Mitternacht liegen, wird es immer früher vorgefunden,als in den Abendländern. Die ältesten historischen Spuren vomGebrauche der Karten finden sich nämlich in Italien, dann derReihe nach in Deutschland, Frankreich und in Spanien. Die er-sten Karten wurden gemalt, und für solche werden die italienische»Karten vom Jahr 1299 anerkannt. Die Kunst, Karten zu drucke»,ward, wie alle Ausländer eingestchen, 1ZZ0— iZ6a von den Deut-schen erfunden. Außer der Erfindung des Drucks selbst haben dieDeutschen noch manche Veränderungen an den Karten vorgenom-men : die Figuren, Bilder und Zeichnungen, so wie die Name»Schellen, Eicheln, Herz, Grün, der große und der kleine Wenztlu. a. m., beweisen dieß. Das Landsknechtsspiel, welches man fürdas erste deutsche Kartenspiel halt, ist ebenfalls unstreitig einedeutsche Erfindung. Bon diesem Spiele finden wir schon 1592, un-ter dem Namen I, uns 9 neuer, eine Nachahmung in Frankreich-welche sich daselbst bis zu Moliere und Regnard, und vielleichtnoch länger, erhalten hat. Die erste sichere Spur vom Kartenspielein Frankreich fällt in das Jahr 1S61; späterhin soll sich Karl VI.am Ende des iq-ten Jahrhunderts in seiner schweren Krankheit mitdemselben ergötzt haben. Aus den oben angeführten Gründen gehtübrigens hervor, daß die Meinung derer, welche das Kartenspielfür eine französische Erfindung halten, irrig ist? auch bedarf siekeiner Widerlegung, da man, wie gesagt, in Italien und Deutsch-land weit ältere Spuren von demselben findet, wie in Frankreich.Auch beweiset der Name des ersten bekannten französischen Karten-spiels , des oben erwähnten Lmns^uenet, daß sie dieses Spiel «s»den Deutschen erst erlernt haben. Die neuern französischen d"'rcn sollen in Frankreich zwischen r-zZa —1461 erfunden seyn. Eineunverbürgte Meinung behauptet, daß die Karten schonSpanien bekannt gewesen seyen: indessen kann dieselbe mit nicht»begründet werden. Das älteste bekannte Zeugniß vom Kartenspielein Spanien ist das Verbot der Karten, welches der König v»"Castilicn, Johann I., im I. 1887 ergehen ließ. ,
Kartoffeln stammen aus Brasilien, woher sie der Englari-der Franz Drake (i 2 So—iSgS) im I. 1S86 zuerst nach Europa