Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Zzo Kauffahrteischiff Kaufmann

Kauffahrteischiff ist ein solches, welches bloß Kaufmannswaaren und die dazu gehörigen Personen übpr das Meerführt. Dergleichen Gchiffe, welche von dem Worte Kauffahrdei(Seeyandel) ihre Benennung haben, sind nach ihrer Bestimmungsowol in der Bauart, wie in der Größe, verschieden und führe«auch verschiedene Namen, als: Barken, Feluken, Gallionen, Jach-ten, Paketböte, Tarten u. s. w. Laufen viele Handelsschiffe, wel-che auch Kaüffahrer heißen, zusammen und zu einerlei Behufaus; so benennt man alle diese Schiffe mit dem Namen Kauf-fahrt ei-Flotte, welcher man dann den Ort ihrer Bestimmunghinzusetzt, wie.z. B. die Ostindische, die Brasilianische, die Sü-ber-Kauffahrteiflotte u. s w.

K a uf m an n, der, hat den Handel (s. d. Art.) zu seinem Haupt-gewerbe gewählt, in welchem er an dem einen Orte so wohlfeil alsmöglich einzukaufen und an dem andern Okte so theuer als mög-lich zu verkaufen sucht. Die Nebenbenennungen erhält derselbe vonder Art des Handels, die er zu seinem Hauptgeschäffte macht, z.B. Wechselkaufmann oder Wechsler, Waarenkaufmann, Assecura-deur rc. Ein Kaufmann, wenn er sein Geschafft gut und mitNutzen treiben will, muß nicht nur ein ordnungsliebender und mo-ralisch guter Mensch seyn, sondern außer dem Schreiben, Rechnenund Sprachkenntnissen auch noch eine große Summe der mamiich-faltigsten andern Kenntnisse besitzen; mithin passen unordentlicheund stumpfsinnige Köpfe überhaupt nicht für den Stand einesKaufmanns. Um nur einige dem Kaufmanne, er mag im Großenoder Kleinen Handel treiben, höchstnöthige Kenntnisse zu erwäh-nen, nenne ich die Geld-, Wechsel- und Waarenkenntniß, die Erd-beschreibung und Statistik, die Technologie, die Gros-Aventur undAverey, die Affecuranz und Bodmerey, die Schiffahrtskunde ;c>Bloß unter Voraussetzung dieser Kenntnisse kann man ein wahrerKaufmann seyn, und den Handel mit Sicherheit treiben. Alle aneinem Orte neben einander lebende oder in einer Provinz abgeson-dert von einander wohnende Kaufleute nennt man entweder denKaufmannsstand oder die Kaufmannschaft, z. B. vonHamburg, von England rc., und derselbe gehört zu den nützlichstenund nothwendigsten in jedem Staate, der zu irgend einem Natio-rialwohlstande gelangen will. X.

Kaufmann (Angelika), berühmte Malerin, ward im1741 zu Chnr in Bündten geboren und erhielt von ihrem Vater,der ein herumziehendes Leben führte, bei der Geburt der TochterAber bischöfflichcr Hofmaler war, den ersten Unterricht im Zeichnenund Malen. Früh entfaltete sich ihre Neigung zu allem Schönen:sie liebte Musik, besonders aber Malerei, in welcher sie unter ly-xsm Vater, der aber selbst nur ein mittelmäßiges Talent be>aß,die bedeutendsten Fortschritte machte. Mit dem angestrengtestenFleiße erwarb sie sich schon damals eine nicht gewöhnliche Kunst-fertigkeit, und bald hatte sie ihren Vater und Meister übertreffen.Kaum dreizehn Jahre alt, machte sie ihre erste Reise nach Italien,,wo sie sich abwechselnd bis 1769 zu Mailand, Florenz, Rom uns,Neapel aufhielt, und in diesen, den Künsten geweihtem Städtenihre Kunstfertigkeit bis zur Meisterschaft ausbildete. Im ange-zeigten Jahre verließ sie Italien und begab sich nach London, wost« das Glück hatte, die königliche Familie zu malen. ,Dieser um-stand gründete sowol ihren Siuf als ihre Glücksumstände: bttd