Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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345
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Keppler Kerguelen 345

Sagan, welcher damals das Patronatsrecht über die UniversitätRostock hatte, eine Professur daselbst, erhielt aber die versprocheneBesoldung nicht. Er reiste deshalb nach Regsnsburg, wo er deni5. Nov. 16Z0 im ssysten Lebensjahre starb. Keppler war klein,hager und schwach von Körper, kurz von Gesicht, nicht selten mun-ter und scherzhaft;. mit Liebe hing er an seiner Wissenschaft, mit.Eifer suchte er die Wahrheit, vergaß aber darüber die Regeln derWeltklugheit. Sein Schicksal hatte ihm die Freuden des Lebenssparsam zugemessen, aber er ertrug alle Widerwärtigkeiten mitStandhaftizkeit. Die Größe seiner Verdienste um die Astronomiehat die Nachwelt hinlänglich erkannt. Hauptsächlich bcschäfftigtesich sein erfinderischer Geist mit der Bestimmung der Bahn desMars. Die wichtigste seiner Entdeckungen war: daß die Cubic-zahlen der mittlern Abstände der Planeten von der Sonne sich ver-halten, wie die Quadratzahlen der Umlaufszciten. Er machte sieden i 5 . Mai 1618. Es war ihm überdies eine gewisse Geheim-nißsucht eigen. So wollte er seine Erfindung eines regulären.Fünf-ecks für das ganze Kurfürstenthum Sachsen Niemanden entdecken-Seine unsterblichen Verdienste um die Astronomie fanden aber inunsern aufgeklärteren Zeiten, bei einer dankbarer» Nachwelt,ihre gerechte Verehrung. Denn im I. 1806 beschlossen der als eingroßer Beförderer der Wissenschaften berühmte Freiherr von Dal-berg (Fürst Primas), Graf Sternberg und mehrere edle Deutsche,unserm Keppler zu Regensburg ein Denkmal zu errichten, wozu dererstere eine Summe von 1000 Reichsthalcra gab, letzterer demselbeneinen Platz in seinem Garten widmete, und welches am 27. Dec.r 8 c >3 (Kepplers Geburtstag) auch unter Chorgesang und dem Don-ner der Kanonen im gräflich stcrnbergischen Garten, in einem Hainezwischen Gesträuchen und Blumen, errichtet wurde. Das Denkmalbesteht in einem dorischen Tempel von 2Z Fuß Höhe und Kepplersv»n Pros. Döll in Gotha schön gearbeiteter Büste. iVI. I-.

Kerguelen-Tremarec (Vves Joseph von), zu Quimperin Bretagne geboren, zeichnete sich in der königlichen Marine ausund starb 1797. Während die tapfersten und erfahrensten SeeheldenEnglands, gegen welche er gestritten hatte, seinen vorzüglichen Ta-lenten und seinen ausgebreiteten Kenntnissen die größte Gerechtigkeitwiederfahren ließen, bezeigte ihm derjenige Staat, dem er so glor-reich gedient hatte, eine seltene Undankbarkeit. Selbst während derRevolution verfuhr man nicht gerechter gegen ihn: er entging denBlutsccnen von 179? nur, um drei Jahre später seinen wirklichenAbschied zu erhalten. In dieser unglücklichen Zeit dankte man einender tapfersten Scehelden ab, der zwei weite und gefährliche Reisenin das Südmeer und nach den beiden Indien gemacht hatte, Reisen,welche durch die Entdeckung einer in der Südsee belegenen, hundertMeilen großen Insel gekrönt wurden. Dieser Insel wurde vvm Ca-pitain Cook der Name Kerguelen beigelegt. Nachdem Ker-guelen im Ministerium der Marine angestellt worden war, und manrhm das Commando über eine Division Seetruppen, die für denOcean bestimmt waren, übertragen hatte, ward er zu Brest vonarretirt und nach Paris geführt, wo er jedoch bald wieder>n Freiheit gesetzt wurde. Er hat folgende Werke geschrieben: Ge-schichte der Seekriege, und Darstellung der Ursachen, welche denRum der französischen Seemacht herbeigeführt haben, so .üe derMittel, dieselbe wieder herzustellen, 1796. Diesem Werke geht vor--