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Kiosk , Kirche 353
urtheilt; allein sie wich der Strafe, mit einem glühenden Eisen indie Hand gebrannt zu werden, dadurch aus, daß es ihr gelang, eingewisses Prwilegium, welches den Adel von dieser Strafe uusnimmt,wiewol mcht ohn« Widerspruch der gegenseitigen Advocaten, geltendzu machen. Ihre Feinde machten den Anschlag, sie einsperren zulassen ; sie aber rettete sich übers Meer nach Calais. Seit der Zeitlebte sie bald in Rom, bald in Petersburg, und zwar immer aufeinen glänzenden Fuß. Da das Testament des Herzogs von King-ston in seiner ersten Kraft geblieben war, so mangelte es ihr nicht anMitteln zu dem ausschweifendsten AufwanLe, der so weit ging,daß sie mehrere Male die Kaiserin von Rußland bewirthete. Endlichbegab sie sich nach Frankreich, wo sie zu gleicher Zeit ein Haus zuCalais und zu Paris unterhielt. Sie starb an letzterm Orte imSeptember 1767.
Kiosk ist bei den Türken ein Gebäude, welche« aus einigenSäulen von mittler Höhe besteht, deren Stellung einen gevi-rtenRaum bilden. Es ist mit einem Zeltdach« versehen, welches unteneinen Gang rund um das Gebäude enthält. Die Türken bedienensich dieser offenen Säle in ihren Gärten und auf Anhöhen, umfrische Lust zu genießen, oder um eine angenehme Aussicht zu haben.Es ist eine Art Pavillon.
Kiow (Kioff, Kiew), die Hauptstadt nebst einer festen,von Peter I. angelegten Citadelle, in der Statthalterschaft gleichesNamens in der Ukraine, am Dnieper, ist die Residenz eines grie.chischen Erzbischoffs und ward von den Polen 168S auf ewige Zeitenan Rußland abgetreten. Die daselbst schon vorher bestehende gelehrteAnstalt, in welcher neun geistliche Professoren Sprachen, Philoso-phie und Thetlogie lehrten, und welche über 1000 Schüler hatte,wurde i 8 o 5 in eine eigentliche Universität verwandelt und dannmit derselben eine bedeutende Veränderung vorgenommen.
Kirche, wird zuerst die Gesammtheit der Bekenner des Chri-stenthums genannt, in wie fern sie eine moralisch-religiöse, d. H eine-Gesellschaft ausmachen, deren Zweck es.ist, sittliche un;d religiöse.Bildung und Belehrung unter ihren Mitgliedern zu befördern.Der Stifter der Kirche in diesem Sinne war Jesus Christus. Denn,obgleich seine Bekenner erst nach seinem Tode von der Gemeinschaftder Synagoge sich trennten und in eine besondere Gesellschaft zu--sammenlraten, so hatte er doch durch seine eigenthümliche, von demJudaismus wesentlich verschiedene Lehre und durch die^Schüler und-Freunde, die er um.sich versammelte, den Grund zu einer solchenBereinigung gelegt, und da er seinen Jüngern bei seinem Abschiede-von der Welt den Auftrag gab, auszugehen in alle Welt, die Hei-den zu lehren und sie zu taufen im Namen des Vaters, des SohnS^und des Geistes, und zwei Relrgionshandlungen anordnete, welche-Unterscheidungsmerkmale seiner Bekenner seyn sollten; so läßt sichnicht bezweifeln, daß die Stiftung der Kirche in seinem Planelag. Eine die christliche Kirche vorbereitende Anstalt war das re-ligiös-politische Institut des Judenthums, von welchem aber die.Kirche dadurch wesentlich sich unterscheidet, daß sie theils gar keinePolitische, sondern bloß eine retigiös-rnyralische Lende-nz hat, theilsnicht auf ein Volk sich beschränkt, sondern ein Institut von uni-verseller Bestimmung ist. Wesentlich unterscheidet sich die Kirchevon dem Staate. Denn der Zweck des Staates ist Erhaltung derSdlbstständigkeit eines Volkes und Realisirung des Rechts; der«°m>. x,x. (N.Aufl.) V, g Z