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Fünfter Band. Von I bis L.
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354 Kirche >

Zweck der Kirche ist Beförderung sittlich-religiöser Bildung. Uek. die

das Verhältniß der Kirche und des Staates giebt es ein dreifache teie

System. Das hierarchische, nach welchem der Staat derKirche srb das

«rdinirt wird, das Territorialsysicm, nach welchem das entgegen- ein

gesetzte Verhältniß Statt findet, und das Collegialsystem, nach we! sisck

chem Staat und Kirche als coordinirte Gesellschaften betrachte: net

Werden. Das zuletzt genannte ist das wahre. Die aus dem hu tes

rarchischen Systeme fließenden Ansprüche kann der Staar nicht dul vor

den, durch die Befugnisse aber, welche das Territorialsystem den: un!

Staate zugesteht, wird die Kirche beeinträchtget, und offenbar tritt tes

der Staat aus der durch seinen Zweck bestimmten Sphäre hinaus, Go

wenn er sich anmaßt, den Lehrbegriff der Kirche bestimmen und is ve:

ren Gottesdienst anordnen zu wollen. Auch ist es nicht gut, das Fe

wie in den meisten protestantischen Ländern geschieht, die Dien» kor

der Kirche von den Staatsbehörden angestellt werden, und n>ri: Ki

zweckmäßiger ist es, wenn der Kirche selbst, d. h. den sie repräs» Ki

tirenden Synoden, die Wahl der Lehrer überlassen bleibt, wie dich st iauch in einigen reformirten Länder» der Fall ist. Die EntstelM dei

der Kirche, ihre allmählige Ausbreitung, ihr in verschiedenen Zck in

ten verschiedenes Verhältniß zu dem Staate, die Ausbildung ihrer i smGesellschastsverfassung, so wie die Umänderungen, welche in ihm: Ki

Lehren und Gebrauchen erfolgt sind, beschreibt eine höchst lehrreich! ^ zu

und interessante Wissenschaft, die Kirchcngeschichte genannt.—Nich!! zudann aber wird das Wort Kirche von der Gesammtheit der No brkenner des Christenthums gebraucht. Oft hat dieses Woxt eine an ! lü

gere Bedeutung und bezeichnet einen Theil der Christenheit, nick Ar

eher sich durch eigenthümliche Lehren, Verfassungen und Gebrärich! W

von andern Christen unterscheidet. Seit dem eilften Jahrhundert! . a>trennten sich die griechischen oder morgenländischen Christen » Uden lateinischen oder abendländischen, und es entstand dadurch der SUnterschied zwischen der griechischen Kirche, deren Oberhaupt der xc

Patriarch von Constantinopel war, und der lateinischen, an dem G

Spitze der römische Bischofs stand. Im sechszchnten Jahrhunderte w>erfolgte durch die Reformation eine Trennung der abendländische« »eChristenheit, indem ein Theil derselben von den Verbindung mit nndem römischen Bischoffe sich losriß und einen neuen Lehrbegriff am ^nahm, der andere aber in dieser Verbindung beharrte und die Ah- > ge

ren, welche bis dahin gegolten hatten, zu bekennen fortfuhr. S« ! ch

entstand der Unterschied zwischen der katholischen und der vrotcsran- ! A

tischen Kirche, welche letztere, da ihre Stifts über einige, jedoch en

außerwesentliche Puncte sich nicht vergleichen konnte», sich wieder de

in die lutherische und refornnrte rheilte. Das Verhältniß dieser ke

drei Kirchen zu einander hat sich zwar im Laufe der Zeiten we- ^ de

-sentlich verändert; die lutherische und refornnrte Ksrche haben sich 8°

einander so genähert, daß fast gar keine dogmatische Verschiedenheit j li

mehr Statt findet, und, obgleich der Katholicismus und der Pro- ^ zu

testantismus sich nicht in einander verschmelzen konnten, so haben lLoch die Grundsätze der Toleranz unter den Katholiken wie unter - giden Protestanten Eingang gefunden. Die Grenzen der drei Kir> , ri

chen des Abendlandes aber sind seir dem sechszehnten Jahrhunderte,-

wo sie entstanden, nicht-merklich verändert worden. Die kleinen j rn

kirchlichen Gesellschaften, welche entweder zu der Zeit derReforma- ^ ai

tion entstanden, wie die Socinianer und die Tausgesinnten, oder S

die später, besonders in England, sich bildeten, wie dieQuäckerun« ^ kl