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Kirche Kirchenbann 355
die Methodisten, pflegt man nichtKirchen, sondern Secten undPar-teien zu nennen. — In einer noch engern Bedeutung nimmt mandas Wort Kirche, wenn man dasselbe drittens von den Christeneines Landes braucht, und von einer deutschen, englischen, franzö-sischen Kirche redet. — In einer vierten Bedeutung ferner bezeich-net Kirche ein dem öffentlichen Gottesdienste der Christen bestimm-tes Gebäude, und in dieser Bedeutung unterscheidet man eine Kirchevon einem Tempel, wo Heiden, von einer Synagoge, wo Juden,und von einer Moschee, wo Muhamedaner ihren öffentlichen Got-tesdienst halten. Die Christen im ersten Jahrhundert hatt.,, ihrenGottesdienst, da sie eine von dem Staate nicht anerkannte und oftverfolgte Partei waren, in Privathäusern, oft auch im freienFelde an entlegenen Orten. Seit dem dritten Jahrhundert erstkonnten sie es wagen, ihrem Cultus mehr Publicität zu geben undKirchen zu erbauen. Seit dem vierten Jahrhunderte wurden dieKirchen den Christen sinnliche und prachtvolle Gebäude. Con-stantin besonders, Lheodosius und Justinian erbautendergleichen Kirchen; auch verwandelte man viele heidnische Tempelin christliche Kirchen. In dem Baue der Kirchen besonders ver-suchte sich die Baukunst der mittlern Zeiten. Die berühmtestenKirchen sind gegenwärtig die Peterskirche zu Rom, dre Paulskirchezu London, die Kirche Notre Dame zu Paris, die Gtephanskirchezu Wien, die Jsaakskirche zu Petersburgs der Münster zu Straß-burg und der Dom zu Cölln. — In einer fünften Bedeutung end-lich heißt Kirche die Versammlung der Gemeinde eines Ortes zurAusübung des öffentlichen Cultus, in welcher Bedeutung man dasWort nimmt wenn man sagt, daß man zur Kirche gehe oder daßan diejem oder jenem Lage Kirche gehalten werde. — Ueber denUrsprung des Worts Kirche übrigens sind die Meinungen derSprachforscher getheilt, indem es einige von dem griechischen Wortewelches ein dem gottesdienstlichen Gebrauche bestimmtesGebäude bezeichnet, herleiten, andere aber annehmen, daß es diewörtliche UeberseHung des lateinischen eoclesin sey daher von Chö-»en, Kirchen', herkomme und den Begriff der Auswahl des auser-wählten Volkes andeute. Ig.
Kirchcnagende ist dasjenige, von der die kirchlichen An-gelegenheiten eines Landes leitenden Behörde autorisirte Buch, wel-ches die bei den kirchlichen Handlungen, bei der Taufe, bei demAbendmahle, bei der Trauung u. s. w. zu brauchenden Formulareenthalt. Wenn die Consistoricn die Prediger verpflichten, sich nurder in der Agende enthaltene» Formulare zu bedienen, so beschrän-ken sie die Amtsthätigkeit derselben und hindern die Wirksamkeitder heiligen Gebräuche, weil Formulare ihrer Natur nach nur all-gemein seyn können, die Wirksamkeit der Amtsreden, aber vornehm-lich auf ihre Angemessenheit zu den jedesmaligen Umständen undzu der Individualität der Zuhörer beruht. Daher sollen die Agen-den dem Prediger nur eine Anweisung zu seinen Amtsverrichtungengeben und ihn in solchen Fällen unterstützen, wo ihm eine Vorbe-reitung auf sein Geschäft nicht möglich ist. Ni
. Archen bann ist die Ausschließung entweder von der Ge-nie,„ichaft einer kirchlichen Gesellschaft, oder von der Theilnahmean ihren Andachtsübungen und Gebräuchen, namentlich von derseier des heil. Abendmahls, weshalb er in den großen und kleineneingetheilt wird. Er ist das Mitte!', durch weiches eine kirchliche