Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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l Kirchenzucht Kirchenmusik Z59

Uexandrien, welcher zuerst über das Christenthum philosophirte;Origenes, ausgezeichnet als Apologet, Exeget und Homilet; Eu-sebius, welcher die erste Geschichte der christlichen Kirche schrieb;Athanasius, welcher auf die Bildung des Lchrbegriffs entschiedenenEinfluß hatte, und Chrysostomus, der bewandertste Kanzelrednerder alten Kirchei Die merkwürdigsten lateinischen Kirchenvateraber sind Tertullian, einer der originellsten Schriftsteller; Augu-stin, ebenfalls ein Mann von originellem Geiste, welcher das Ora-kel der abendländischen Kirche ward; Ambrosius, welcher sich alsKanzelredncr auszeichnete, und Hieronymus, welcher zwar vielGelehrsamkeit besaß, und besonders ein glücklicher Erklärer derheil. Schriften war, aber auch den Fortgang des Aberglaubensund namentlich die Bewunderung des ehrlosen Lebens und die Ent-sagung der Welt in den Abendländern beförderte. Idl.

Kirchenzucht, die, begreift die Awangsanstaltendurchwelche eine kirchliche Gesellschaft das Ansehen ihrer Gesetze aufrechterhält. Die Kirchenzucht wird auch kirchliche Disciplin genannt.Ueber die Rechtmäßigkcit der Kirchenzucht und die Grenzen dersel-ben ist in dem Artikel: Kirchenstrafen, das Nöthige bemerktworden. bl.

Kirchweihe ist, die Religionshandlung, durch welche eineneuerbaute, oder ihrer Bestimmung eine Zeitlang entzogene Kirchedem gottesdienstlichen Gebrauche feierlich gewidmet wird. DieSitte, die Kirchen zu weihen, entstand 'Alt dem vierten Jahrhun-derte. Bei den Katholiken pflegen die Bischöffe, bei den Protestan-ten die Superintendenten die Weihung der Kirche zu vollziehen.In der alten Kirche schon ward der Tag der Kirchweihe als einFest gefeiert, welche Sitte bis auf diesen Tag in einem großenTheile der christlichen Welt herrscht. Man pflegt dieß Fest dasKirchweihfest, auch die Kirchmeffe, und im gemeinen Leben, in wiefern man besonders die an diesem Festtage gewöhnlichen Lustbarkei-ten andeuten will, dieKirmse zu neünen. bl.

Kirchenmusik ist unstreitig bei den Griechen sowol, wie beiden Neuern, der erste Ursprung jeglicher Musik gewesen. Wanndie religiösen Gefühle nun nach und nach ansingen, sich nicht etwabloß mechanisch, sondern nach einem gewissen', vorher überdachtenPlane, als künstlerisch, zu äußern, bei welcher Gelegenheit konnte-dieß füglicher und zweckmäßiger geschehen, als bei gottesdienstlichenHandlungen, wo die Seele am ersten geneigt seyn mußte, ihreEmpfindungen theils mit mehr Entzückung, theils auch mit dem Be-streben einer möglichst äußern Zweckmäßigkeit zu erkennen zu geben.So wissen wir ganz bestimmt, daß die dramatische, und vielleichtauch jegliche poetische Kunst der Griechen, der Feier des B«ccchus-sestes ihren Ursprung zu verdanken hatte, mit welcher Feier gleich-falls dasjenige verbunden war, was wir bei den Griechen Musikzu nennen pflegen. Wenn nur irgend die Seele zu poetischen oderüberhaupt zm künstlerischen, Bestrebungen geneigt ist, wo wäregie im Stande, diese Bestrebungen, wie gesagt, zweckmäßiger anden Tag zu legen, als eben bei gottesdienstlichen Handlungen?Und dieß ist denn auch wirklich der Fall gewesen. So wie imAllgemeinen jede Kunst, so hat besonders die Musik der Neuern, dasheißr diejenige, welche wir jetzt haben, dem Wachsthums und denFortschritten des Katholicismus nicht allein ihre innere Entste-hung, sondern auch ihre äußere Unterstützung zu verd«nken: die