Z8s Klockenbring
Nachdem der vorige Directot und erste Stifter des hannöverschenJntelligenzblattes, der Assessor und Landsyndikus von Müllen ge-storben war, wurde diese Anstalt auf Rechnung des Königs verwal-tet und Klockenbring erhielt die Direction dieser Anstalt, für derenGeschäffte er stets um so mehr eine besondere Vorliebe gehegt hatte,als durch sie vor -2 Jahren zuerst seine Eristcnz in Hannover ge-gründet worden war. Dieß waren jedoch seine letzten frohen Zeiten.Die Erzählung seines Lebens führt uns nun zu der Periode, wodas Schicksal ihn mit unerbittlicher Hand fortriß, wo sein reizba-rer Körper unterlag und sein Glück auf immer zertrümmert ward.Am Ende des Jahrs 1790 erschien Bahrdt mit der eisernenStirne, worin bekanntlich mehrere der gelehrtesten MännerDeutschlands angegriffen wurden, aber keiner auf eine so harteWeise, als Klockenbring. Dieß wirkte mit fürchterlicher Geweliauf den leidenschaftlichen Mann, den seine Freunde über diesen ein-gebildeten erlittenen Schimpf vergebens zu trösten suchte«. Unterdem Grame, der ihm dadurch verursa.,t wurde, eilte sein Geist derZerstörung entgegen: seine daraus entstandene Spannung des Ge-müths war unnatürlich und mußte in ihren Folgen verderblich wer-den. Diese blieben nicht aus: ..denn kaum war ein Jahr verflossen,als er in eine völlige Geisteszerrüttung verfiel, die in kurzem soüberhand nahm, daß man von Obrigkeitswegen darauf bedacht war,ihm einen Vormund zu setzen, dem seine Person und seine Privat-geschäfte untergeordnet wären. Die Gattin desselben erbot sich dazu,und die Regierung ehrte sie sswol, als das Andenken an die gelei-steten Dienste des Mannes hinlänglich, ihr feierlich dieses Amt zuübertragen. Gerade um diese Zeit machte der bekannte DoctorHahncmann von Gotha in einer Ankündigung bekannt, daß ersich zur Heilung von Gemüthskrankcn erböte: zu ihm ward daherKlockenbring gebracht und dessen Heilungsmethode anvertraut. Dießgeschah im Junius 1792, und schon im August gab Hahncmann ei-nige Hoffnung zur Genesung desselben, welche er darauf im Februardes folgenden Jahrs als vollendet erklärte. Er war auch so voll-kommen wieder hergestellt, daß er Arthur Poungs Buch überdie Staatswirthschaft Großbritaniens aus dem Eng-lischen übersetzte und mit Anmerkungen begleitete, welches so, wie«S aus seiner Feder kam, gedruckt wurde. Auch ließ er kurz dar-auf eine Bergleichung der Größe, der Bevölkerung,der Auslagen und des Reichthums Englands undFrankreichs in den Reichsanzeiger einrücken. ZmI. 1793 kehrte er darauf, völlig genesen, nach Hannover zurück,um wieder Besitz von allem dem Seinigen zu nehmen. Obgleich seineGeisteskräfte in nichts gelitten zu haben schienen und er nichts sehn-licher erwartete, als wieder in seine vorige Stelle und Thätigkeitverseht zu werden; so mußte er dennoch auf die fernere Führungseiner Dienstgeschäffte Verzicht leisten. Man suchte ihn von Seitender Regierung durch eine Pension und durch Uebertragung der Durection der hannöverschen Landcslorterie zu entschädigen, wodurchaber seine Erwartungen und Wünsche nichts weniger als befriedigtwurden, und er sich bis in sein Innerstes gekrankt fühlte. Nunsing er an, seinem Schicksale zu unterliegen: verhaltener Gramnagte an seinem Herzen. Eine lange und sehr schmerzhafte Krank-heit vollendete das Gefühl seines Elendes. Ganz nahe dem Tode,erholte er sich, zur Verwunderung aller, vollkommen wieder; sa,