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Klopstock
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die schlsunig wiederkehrten Kräfte seines Körpers schienen ihm so-gar ein langes Leben zu versprechen. Nichts destoweniger versanker nach dieser Krankheit in eine gänzliche Unthätigkeit und in einenSeekenschlummer, aus dem er nur selten geweckt werden konnte.So lebte er noch einige Monate; sein Körper nahm zu , aber seinGeist schien völlig zu verschwinden. Sein Ziel näherte sich schneller,als man es erwarten konnte: er starb am 12. Jun. 1796 im 53 stenJahre seines Alters, ohne vorhergehende Krankheit, an heftigenKrämpfcn.
Klopstock (Friedrich Gottlieb), ward zu Quedlinburg am2. Jul. 1724 geboren. Sein Vater, anfangs quedlinburgischer Eom-miffionsrath, ein sehr origineller Mann, der sich oft mit Ahndun-gen und sogar mit Teufelserscheinungen befaßte, hatte nachher dasAmt Friedeburg im Mansfeldischen gepachtet, wo dann unser Klop-stock in seinem ländlichen Aufenthalte sein glückliches Knabenalterverbrachte, und hernach zu Quedlinburg das Gymnasium besuchte.Im röten Jahre kam er aus die' Gchulpforte bei Naumburg, undhier entwickelte sich nun sein Charakter als Mensch und als Dichter.Unter dem hiesigen verdienten Rector Freitag vervollkommnete ersich in den alten Sprachen, gewann immer mehr Vorliebe für dieklassischen Schriftsteller, machte selbst mehrere poetische Versuche,und faßte schon hier den Entschluß, irgend ein großes episches Ge-dicht zu fertigen, obgleich er in der Wahl des Stoffes nicht mit sicheinig werden konnte, und damals vorzüglich Kaiser Heinrich derVogler ihm stets als ein würdiger Gegenstand einer Epopee vor-schwebte. Im I. 1746 verließ er die Pforte, wo er besonders auchin seiner Abschiedsrede jenes Entschlusses, ein episches Gedicht zuverfertigen, Erwähnung that, ging dann nach Jenu, studirte hierTheologie, und entwarf schon im Stillen die ersten Gesänge derMessjade. In Leipzig, wohin er sich schon im folgenden Jahrebegab, lernte er nun Gramer, Schlegel, Rabener, Jachariä u. a. m.kennen, die damals die bremischen Beiträge Herausgaben,in welchen dann auch zuerst die drei Gesänge seines Messias erschie-nen. Bald wurde ihm aber der Aufenthalt zu Leipzig unangenehm,da mehrere seiner Freunde die Akademie verließen, und so ging aucher 1748 nach Langensalza, in das Haus eines Verwandten, Weiß,über dessen Kinder er die Aufsicht übernahm, und wo er SchmidtsSchwester, die in feinen Oden so oft besungene Fanny, persönlichkennen lernte, die er mit der heißesten Zärtlichkeit liebte, die ihnaber nicht wieder liebte; und nur srst nach mehreren Jahren, durchReisen und Zerstreuungen konnte er sich von der schwermuthigenStimmung heilen, in die ihn jene nicht erwiederte Liebe versetzthatte. Nun begann, nachdem seine Meffiade erschienen war, diePeriode seines Ruhms: sie machte, wie das bei einem solchen WerkeM erwarten stand, außerordentliches Aufsehen, und erregte gleich«Bewunderung und gleichen Tadel. Ein Theil verehrte den Sänger^s Messias wie einen heiligen Dichter und Propheten des altenBundes; man sah ihn als ein Rvligionsbuch an, und den Dichternannte man nur mit Ehrfurcht. Andre, namentlich alte Theologen,glaubten , die Religion werde durch seine verwegenen Dichtungenganz entweiht. Ja ein ehrlicher Dorfpfarrer kam ausdrücklich zuund bat ihn in allem Ernste, ,,er möchte um Gottes und umwillen, den Abadonns (einen abgefallenen Engel) jirnicht selig werden lassen." .Daß auch tadelnde Kritiken erschienen,