Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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384 Klopstock

war wol um so weniger zu verwundern, je weniger die Verfasserderselben ihn vielleicht richtig verstanden hatten. Klopstocks Ruhmwurde dadurch nur noch mehr erhöht, und was Lcffina in ein.mEpig-amm auf einen gewissen Meyer sang, konnte auf mehrere sei-ner Tadler anaewendet werden:

Sein kritisch kampwen hat die Sonne selbst erhellet,

Und Kiopllock, der schon stand, von neuem aufgestellet.

Den stärksten Eindruck harre s'in Gedicht in der Schweiz gemacht.Kein Wunder, daß ihn Bodmer und seine freunde wiederholt ein-luden , in die Schweiz zu kommen. Klopstock nahm es an und reistemir Sulzer im Sommer 1750 nach Zürich, wo alles aufgeboten >wurde, ihm seinen Aufenthalt angenehm und wo möglich zu seinemimmerwährenden Wohnort zu machen. Man bewunderte ihn hierallenthalben mit einer Art heiliger Ehrfurcht. Auch er fand es hierund in mchrern Kantonen, zu welchen er eine Lustreise machte, äus-serst reizend, und auf schweizerischem Grund und Boden keimten jenegroßen Ideen von Vaterland, Freiheit und deren heldenmüthigemVertheidiger Hermann. Auch in Dänemark hatte man die drei er- .sten Gesänge seines Messias, hauptsächlich durch Bernstorf kennen jgelernt, und Klopstock wurde nach Copenhagen eingeladen. Er reiste ^1751 ab, machte seine Reise über Braunschweig und Hamburg, undhier lernte er, durch einen Brief von Gärtner an eine eigentlichstrenge Leserin seiner Gesänge empfohlen, in dieser selbst das geist-reiche Mädchen, Meta (eigentlich Margaretha) Möller kennen, würdMit ihr näher bekannt und in drei Lagen schon völlig durch Liedemit ihr einverstanden, die er, da häusliche Verhältnisse ihre Wer- ^Bindung noch hinderten, durch Briefe fortsetzte, weil seine Reistnach Copenhagen vor allem beschleuniget werden mußte. Hier wurdeer von Bernstorf mit Freundschaft und hoher Achtung aufgenom-men : er blieb den Winter über in Copenhagen, wurde dann imfolgenden Sommer durch seinen Freund Moltke dem Könige Fried-rich V. vorgestellt. Da dieser im Sommer i/Sr eine Reise nachHolstein machte, so benutzte Klopstock die Gelegenheit, zu ferner ge-liebten Meta nach Hamburg zurückzukehren, wo er sich den ganzenSommer aufhielt, zwar wieder nach Dänemark mit dem König zu-rückkehrte, auch das Jahr 1/53 hier noch zubrachte, aber im Som-mer 17Z4 abermals nach Hamburg reiste, und am 10. Juni sich «>tseiner Meta verband. Leider genoß er das Glück der ehelichen Liebenicht lange: der Tod entriß sie und ein noch ungehornes Kind demDichter, dem sie mit der reinsten innigsten Liebe anhing; er begrubsie in dem Dorfe Ottensen bei Hamburg, und setzte dort dieeinfache schöne Grabschrift:

Saat gesäet von Gott,

Am Tage der Garben zu reifen.

Von 1771 all wohnte er, mit dem Charakter eines königl. dänischenLegationsraths und markgräfl. badensthen Hofraths (weichen letzter»ihm der nachherige Kurfürst Friedrich von Baden nebst einem Jahr-gehalte ertheilt hatte), in Hamburg, lebte hier in der Stille fort,und fand im Winter sein höchstes Vergnügen am Schlittschuhlaufen,wo er aber selbst einmal in die höchste Lebensgefahr kam, aberselbst bei dem augenscheinlichsten Lobe die Fassung so wenig verlor,daß er seinem Begleiter selbst die Maaßregeln angab, ihn zu retten.Darauf bezieht sich auch selbst eine Stelle am Schluß des Messias:

Du gabst wir Muth in der Nähe des Todes.