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Fünfter Band. Von I bis L.
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ter, zu bewegen suchte, demselben ebenfalls zu sitzen. Da dich,!jedoch in derselben Zeit seinem Hofmaler, Peter Lely, das Ver-sprechen gegeben hatte, sich von ihm malen zu lassen, und sei»!Wort nicht gut zurücknehmen konnte; so befahl er, daß beide Ma-ler ih-i zu gleicher Zeit malen sollten. Ungeachtet nun Lely, aljder königl. Hofmaler, im Besitz des Rechts war, die Vortheile beiLichts und der Stellung wählen zu können; so vermochte Kneller,ohne sich von den obwaltenden Umständen Furcht einjagen zu lasse»,dennoch mit solchem Genie und Feuer zu arbeiten, daß er sein Wbereits vollendet hatte, als von Lely's Arbeit kaum die erste ll»-läge gewacht war. Dieser Umstand begründete mit einem Mal« >Kneller'S Ruhm: der König ließ sich nicht allein mehrmals«!ihm malen, sondern besuchte auch den Künstler mit der, diesem Für- lsten eigenen Menschenfreundlichkeit, in seinem Hause in Cement-Garden. Nach Lely's Tode, der im I. 1680 erfolgte, ward Ämtler zum königlichen Hofmaler ernannt, welche Stelle er unter vierKönige» bekleidete. Im 1 .1684 machte er, auf Ludwigs XIV Ein-ladung, eine Reise nach Paris, wo er nicht allein den König, son-dern auch die ganze königliche Familie malte. Dort erhielt er ach ,Nachricht vom Tode Carls II., seines Beschützers. Doch brachtedieß keine Aenderung in Kneller's Lage hervor; denn Jacob II.bestätigte dem Künstler die Gunst, welcher ihn der Bruder gewür-digt hatte. Es verdient angemerkt zu werden, daß Jacob II sichso eben von Kneller malen ließ, als ihm die Nachricht von )«Landung des Prinzen von Oranien in England überbracht wurde.Auch dieser bewieß sich gegen den Künstler sehr gnädig ; denn Kel- -ler ward 1692 zum Knight (Ritter) ernannt und mußte dann, aufBefehl des Königs, eine Reise nach Brüssel machen, um daseldßden Kurfürsten von Bayern zu malen, wofür er von diesem eineMedaille, nebst goldner Kette, dreihundert Pfund an Werth, MGeschenk erhielt. Als er den König am 9- Nov. r6gz nach Oxfordbegleitete, ward ihm von der dortigen Universität der Doctortitolertheiit, eine Ehre, die außer ihm, nur noch Josua Reynolds, derjedoch derselben in jeder Hinsicht würdigte war, erhalten hatte.Kneller schien vom Schicksale auSersehen zu seyn, im Besitze derGunst der Könige zu lebe», ohne die veranderlrche Laune dersel-ben erfahren zu müssen: denn nicht einmal die politischen Stürmehatten Einfluß auf sein günstiges Schicksal. Obgleich ein eifrigerAnhänger derjenigen Revolution, welche den Prinzen von Oramcaauf den Thron gehoben hatte, blieb er nichts weniger im stete»guten Vernehmen mit den Freunden des vertriebenen Königs Ja-cobs II.: ja, Kneller setzte sogar seinen vorigen Umgang mit der-selben fort. Georg I. ernannte ihn am 24. Mai 1715 zum Ba-ronet, unter dem Titel von Whittorssin der GrafschaftMiddlesex, und der deutsche Kaiser Joseph I. machte ihn st-gar um eben diese Zeit zum römisch - deutschen Ritter. Aber a»ediese Ehrenbezeugungen verschwinden vor dem Lobe, welches Mdie Poesieen Dryden's, Pope's und Addison's sangen, und in wel-chen er noch fortleben wird, wenn seine Werke schon längst unter-gegangen seyn werden. Doch beschuldigt man Knellern, daß ihmkein Mittel zu schwer geworden sey, jene Dichter für sich zu st""'men, und ihr Lob auf die unwürdigste Weise zu erschleichen. Ueber-haupt werden die lächerlichsten Dinge von seiner übertriebenenteikeit erzählt, eine Eitelkeit, durch welche er sich unfehlbar se