Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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4»o Knigge Knittelverse

in mehr als einem Fache ein ziemlich routinirter Schriftsteller, fiund besonders erhielten seine Romane, durch die leichte, gefällige d

Erzählung, durch einen Anstrich von Satyre, besonders aber durch h

eme Art populärer Lebensphilosophie, die stets im Bereich des d

Haufens lag, den Beifall der Lesewelt. Doch können sie, da in ih- n

nen die subjective Individualität des Verfassers stets vorherrschend u.bleibt^ auf den Namen von rein-objectiven Kunstwerken durchaus nkeinen Anspruch machen. Indessen zeigt seine Reise nach Braun-schweig, die man lange für einen komischen Roman hat gelten a

lassen, in welcher aber nnr einige lustige Situationen vorhanden u

sind, daß Knigge, wenn er nicht stets in seiner eigenen Persönlich- f

keit befangen gewesen wäre, allerdings vielleicht zu rein - komischen cl

Produkten sich hätte erheben können. Ein großes Glück hat sein n

Werk über den Umgang mit Menschen gemacht, ein Werk, s

welches, aus dem beschränkten Standpunctc betrachtet, in welchem d

es mitten darin liegt, allerdings viel Gutes enthält, das aber, k

wenn es wirklich zur allgemeine» Handlungsweise erhoben werden t

sollte, das Leben, wie der Dctailhändler seine Waare, in einzelnen r

Quentin auswägen würde. Einen solchen Handel können aber nur s

wirklich arme Menschen treiben Und machen. Daß übrigens Kmg- s

gens Laune keine natürliche, sondern nur eine erkünstelte war, e

daß sein Charakter sich in einiger Befangenheit erhielt, sehen wir i

auch schon aus seiner Hinneigung zu dsm bekannten Illuminaten- l

Orden, dessen Mitglied er r?8o wurde, und für welchen er mit l

großer Thätigkeit wirkte. Diese Verbindung verwickelte ihn in I

viele widerwärtige Verhältnisse, unter ändern mit Aimmermann, ^ t

gegen.welchen er jedoch den erhobenen Prozeß gewann. Unter dem s

Rainen Philo gab. er dann, nach Aufhebung jenes Ordens, eine ;

merkwürdige Erklärung über denselben heraus, so wie er seinen 1

übrigen Unwillen in der Geschichte der Aufklärung von i

Abyssinien, in Wärmbrands politischem Glaubens- <

Bekenntnisse und den Papieren des Etatsrath von >

Schafkopf dem Publicum vor Augen legte. Seinen Antheil an lBahrdt mit der eisernen Stirn hat er hinlänglich von i

sich abgelehnt. Seine übrigen Schriften find: der Rwman k

meines Lebens, Geschichte Peter Clausens und Ge- r

schichte des armen Herrn vw» Mildenburg. r

Knight (Ritter, eigentlich Knecht) ist die Stufe des niedern e-Adels in England, welche jedoch vor dem gemeinen Edelmann den 1

Vorrang Hai. Die AniKäls-sjannori-ts erhalten den Rttterstand e

vom Könige, dadurch, daß ihnen dieser eine Fahne überreicht. Der r

Charakter eines XiriKlit-LatcUelour hingegen ist persönlich und wird s

nur,ausgezeichneten Gelehrten, Künstlern und Kaufleuten zu Theil. s

Die Mitglieder des Ritterordens werden ebenfalls LoiKüls genannt. k

Knittelverse heißen diejenigen Verse, welche sich bloß rei- .

men, übrigens aber weder eine Länge und Kürze der Sylben, ^

noch eine bestimmte Unzahl metrischer Füße, sich zum Gesetze ma-chen. Sie haben den Namen entweder daher, weil die Reime der- j

selben so klingen, als schlüge man mit Knittetn, oder «Ach von der r

Unregelmäßigkeit ihrer metrischen Füße,'deren Gepolter ebenfalls s

einem Schlagen mit Knitteln verglichen werden kann. Es läßt sich >

nicht bestimmt nachweisen, wann und von wem diese Art Verse .

zuerst gebraucht worden ist: so viel ist indessen gewiß, daß sie <

sehr alt und schon lange vor Martin Götz im Gebrauche gewesen