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Fünfter Band. Von I bis L.
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404 Kobold Kochkunst

in dem stärksten Grade von Hitze feuerfest. Er löset sich in allenSäuren auf, im Wasser bleibt er aber unauflöslich. Seine Halb-säuren, aber nicht er selbst, bilden, in Bereinigung mit den Er-den, eine Art blaues Glas. Das von seinen Zusätzen geschiedeneErz heißt Kobaltkönig, von dem" man jedoch im Großen keinenGebrauch machen kann, und ihn deshalb nur in kleinen Massen zuchemischen Versuchen scheidet. Der Kobaltkalk, mit dem derKobalt vermischt ist, und das Kobaltglas sind allein der Zweckder Scheidung. Der Kobaltkalk wird durchs Schmelzen zu einemdunkelblauen, ja schwarzem Glase, welches die bekannte Schmälte(blaue Farbe, blaue Starke) giebt. Die Anstalten, wodiese Schmälte bereitet werden, heißen Blaufarbenwerke. Eheman die Erfindung machte, Schmälte aus den Kobalterzen zu berei-ten , warf man sie als unnütz, ja, wegen ihrer giftigen Eigen-schaften, sogar als schädlich, weg. Die vornehmsten Arten von Ko-balterzen sind: Weißer Speiskobalt; grauer Speisko-balt (stahlderber Kobalt); Glanzkobalt und schwar-zer Erdkobalt.

Kobold ist in der Geisterthcorle des gemeinen Haufens da-durch vom Gespenst verschieden, daß dieses, wie geglaubt wird, derrückkehrende Geist eines vorhin lebendigen menschlichen Wesens ist/der Kobold hingegen eine für sich bestehende, an irgend ein Haus,oder an irgend eine Familie geknüpfte körperlose Erscheinung aus-macht- Ohne den Menschen zu schaden, leisten sie ihnen vielmehr,nach der Meinung des Volks, reichliche Dienste und belustigen nichtselten durch das spaßhafte Beginnen, mit denen sie ihre Lieblingedann und wann zu necken pflegen. Wer erblickt nicht in diesemKobolde eine Spielart des sogcnannttn dienstbaren Geistes (spiritn-LnmiiiariZ), an den schon Sakrales, wenigstens symbolisch, glaub-te? In den Bergwerken heißen die Kobolde Bergmännchen,und erscheinen daselbst in der Gestalt kleiner Kinder, die reichhaltigeAnbräche verkünden, aber allerhand schadenfrohe Neckereien ausüben,wenn sie von den Bergknappen in ihrem Beginnen gestört wer-den. — Kobold (Kobalt) nennen die Isländer auch ihren Ab-gott oder Teufel, der von ihnen angebetet wird. ,

Kochkunst ward bei den Griechen von den Weibern, beson-ders von den Sklavinnen, ausgeübt. Homer beschreibt schon eineArt von Picknick, welches am Tage nach der Hochzeit, welche Me-nelaus seinen Kindern ausgerichtet hatte, gegeben wurde. Die Gästegingen in das Haus des Königs ) brachten Schaafe und Wein «it,und ihre verschleierten Weiber trugen Gebackenes. Ja, in demHause des Menelaus wurde bereits eine Gans gemästet, wie dennauch die Einwohner von Delos zuerst das Mästen der Hühner er-fanden. Bei den Römern war die Kochkunst anfangs sehr vernach-läßigt und nur ein Geschafft der Leibeigenen: die Abendmahlzeitenbestanden aus drei Ganzen. Als jedoch die Römer mit den asiati-schen Völkern bekannter wurden, kam auch die Kochkunst in Rommehr in Aufnahme. Die Pracht der Gastmähler stieg bald so hoch,daß man sich genöthigt sah, dieselbe durch Gesetze einzuschränken.Dessenungeachtet nahm der Luxus der Tafeln immer mehr zu; dieRömer erfanden ein Lieblingsessen,, welches sie das trojanischeSchwein nannten. Man ließ nämlich in dem Bauche eines Schweinsverschiedene andere Thiere kochen, und der Witz der römischen Kochefand darin eine Ähnlichkeit mit dem trojanischen Pferde. Wider