406 Kohle
ser aufgelösete Kochsalz heißt, wenn es an den Ufern des Meersund salziger Landseen gewonnen wird, Merksatz; entnimmt manes jedoch den Quellen, die in vielen Ländern, zumal in Deutschland,gn großer Menge vorhanden sind; so nennt man es Quell salz.Dergleichen Quellen oder Salzbrunnen giebt es vorzüglich zu Hallenim Saalkreise, bei Schönebeck im Herzogthume Magdeburg und beiLr'meburg. Das Wasser solcher Quellen (Sole) enthält, wenn essehr reichhaltig ist, in drei bis vier Theilen Wasser einen TheilSalz; die meisten Solen haben jedoch viel weniger. Wenn die Soleüber zwei Drittheile Salz enthält, so wird sie durchs Abrauchen ineisernen Pfannen, sonst aber durch sogenannte Gcadirhäuser, vondem sie begleitenden Wasser geschieden.
Kohle, eine Substanz, welche man vormals nur als Brenn-material betrachtete, ist durch die neuern Fortschritte in der Chemieungemein wichtig geworden. Jeder Rückstand, der nach dem Ver-brennen thierischer oder vegetabilischer Substanzen zurückbleibt, wirdKohle genannt. Nach der stahlischen Theorie werden in dem Prozeßdes Berbrennens die in den thierischen und vegetabilischen Körpernenthaltenen Süchten Theile durch die Wirkung des Feuers zersetzt,woraus sich alsdann Brennstoff (Phlogiston), welcher wegen Mangelan freier Luft nicht verloren gehen kann, mit dem erdigen Grund-stoffe verbindet und mit diesem einen festen, trocknen, schwarzen undzerreibbaren Körper bildet. Das Verbrennen der Kohle setzt in derumgebenden Luft viel Phlogiston ab, weswegen auch der sogenannteKohlendampf tödtlich werden kann. Ohne den Zutritt der freienLuft verändert das Feuer die Kohle nicht. Nach Lavoifiers Theorieverbindet sich während des Verbrennens der Sauerstoff mit derKohle und säuert dieselbe. Der vorher mit dem Sauerstoff verbun-dene Wärmestoff wird dadurch frei, und verbindet sich mit dem be-nachbarten Körper. Daher entsteht bei dem Verbrennen eines Kör-pers zu Kohle Licht und Wärme. Die Kohle und der Sauerstoffwerden durch einen Theil des Wärmestoffs, den sie aufnehmen undbinden, gasförmig und bilden das kohlengcsäucrte GaS.Dieses Gas, dessen Basis, nach Lavoisier, Kohlenstoff und Sauer-stoff ausmacht, ist durchsichtig, elastisch, von säuerlichem Geschmacke,und färbt blaue Pflanzensäfte roth. Natürlich und rein wird es i»unterirdischen Höhlen gefunden. Im Wasser löset es sich zu gleichenTheilen auf, und daraus entsteht die K o h lensä ure , welche et-was schwerer als reines Wasser ist. An der Luft entschlüpft daskohlengesäuerte Gas wieder aus dem Wasser; auch entwickelt es sichaus demselben bei einem höhern Grade der Temperatur. Kohlen-stoff ist nach der neuen französischen Theorie ein einfacher, sehrhäufig in der Natur verbreiteter Körper, der einen vorzüglichenAntheil der Kohle ausmacht. Das Daseyn desselben erweisen die" Antiphlogistikcr durch die Erklärung des nachstehenden Versuchs.Man bringe eine bestimmte Quantität gepulverter Holzkohlen aufeiner kleinen Schale unter eine auf Quecksilber stehende und mitSauerstoff angefüllte Glocke, zünde dann, vermittelst eines Brenn-glascs den Kohlenstaub unter der Glocke an; so wird er anfangsmit einer hellen Flamme brennen, und es wird sich viel Wärmeftoffentwickeln. Allmählich aber werden Licht und Wärme abnehmen,und die Kohle wird verlöschen. Nach gecndigtem Versuche wirdman finden, daß das Gas unter der Glocke am Umfange ein wenigabgenommen hat, und daß es nunmehr au« reinem Sauerstoffgas