Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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! Kohle Komisch . 4S7

cs ^ in «ine Mischung von vier Fünftel fixer Luft und ein Fünftel unver-m änderten, Sauerstoffgas verwandelt worden ist. Die Kohle hat am

d, Gewicht abgenommen, und um eben so viel hat das Gas unter der

z> Glocke daran zugenommen. Kohlenstaub (K 0 h le n p u lve r)

ft entfärbt braune und schwarze Körper und macht sie weiß. Die

-i dunkle Farbe dieser Körper rührt nämlich von dem ihnen beigemisch-

:S ten Kohlenstoffe her. Vermischt man sie nun mit Kohlenpulver; so

il vereinigt sich der in ihnen enthaltene Kohlenstoff mit der Kohle,

le und sie werden entfärbt. Faulem Fleische benimmt das Kohlenpul-

n ver seinen widrigen Geruch. Denn dieses entsteht von dem sich bei

n der Fäulniß entwickelnden geschwefelten und gekochten Wafferstoffgas,

welches sich mit dem Kohlenpulver verbindet und dieses daher auchl- schwer macht. Auf gleiche Weise kann man durch das Kohlenpulver

ie auch andern stinkenden Körpern, faulem Wasser, Zwiebeln, Knob-

lauch, Wanzen, besonders aber den heimlichen Gemächern den üblen

d Geruch benehmen, — Kohlenbrennerei ist die Kunst, Holz

ß bei verschlossenem Feuer zum völligen Glühen zu bringen und dann

n verlöschen zu lassen. Das Alter dieser Kunst erhellt daraus, daß

, Galomo-bereits der Kohlen gedenkt und sie von dem gewöhnlichen

l Brennholz« unterscheidet. Bei den Römern war diese Kunst sogar

- geehrt: denn der berühmte M. Aemiliu« Tcaurus, der die Ligurier

d überwand, handelte einige Zeit mit Kohlen. Theophrast beschreibt

r schon das Verkohlen des Holzes, und Plinius gedenkt schon eines

e Kohlenmeilers.

r K 0 misch ist einer von den Begriffen, in deren Erklärung bis

e jetzt eine große Verschiedenheit geherrscht hat. In der That scheint

o die Auffassung des Grundsatzes, auf welchem das Komische begrün-

- dct ist, nur die Frucht einet gänzlich freien, abstracten Specula-

- tivn zu seyn. Wir wollen es versuchen, die Erklärung dieser

- Grundsatzes, so wie er uns nach einem langen und sorgfältigen

f Studium erschienen ist, mit wenigen Worten zu geben. Wenn wir,

> wie es durchaus der Natur des Gegenstandes angemessen ist, ks-

. misch durch spaßhaft übersetzen können; so werden wir dadurch

- schon von selbst der wahren Erklärung der Komischen auf die Spurkommen. Spaßhaft ist nämlich dasjenige, was nicht in ernster Ab-

1 ficht, sondern nur, wie auch schon der Ausdruck besagt, des Spaßes

r wegen, geschieht: das Komische ist also, wie hieraus hervorgeht,

dem Ernste, oder dem Tragischen, entgegengesetzt. Wenn der Ernstl darin besteht, in den jedesmaligen Handlungen die höchste Aweck-

» Mäßigkeit der Mittel und die geziemendste Benutzung der Zeit zu

! offenbaren; so geht daraus schon von selbst hervor, daß das Komi-

: > sche in der gänzlichen verkehrten Wahl und Anwendung der Mittel

: und der Zeit zur Erreichung irgend eines Endzwecks seine Begrün-

: düng haben müsse. Und dieß ist denn auch, unsrer vollkommnen

. Ueberzeugung zufolge, die einzige wahre und erschöpfende Erklärung

des Komischen. Ernst heißt (s. Schauspielerstudien, vonG.L. P. Sie vers, S. ZS.) dasjenige, was im Stande ist, auf einezweckmäßige, nicht widersprechende Art und auf dem rechten Wege,zu vorgesetztem Ziele zu führen; komisch hingegen dasjenige, wasauf die entgegengesetzte Weise geschieht, das heißt, wo gerade diewidersprechendsten und widersinnigsten Mittel angewandt werden,zum Endzwecke zu gelangen. Auf diese einfache Weift (denn ge-wöhnlich liegen die schworsten Auflösungen gerade am nächsten) glau-ben wir, eine Erklärung gegeben zu haben, die bisher auk vielfäl-