Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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König

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vornehmste geachtet. Den Königen gebührt, so wie den Kaisern,ausschließlich der Titel Majestät, auch sind noch verschiedene andere,größtenthrils das Ceremoniel betreffende Borrechte, an den Königs-titel geknüpft, die in der Diplomatik unter dem Namen der könig-lichen Ehren (koniieurs ro^nnx, Iionoras rsKias) begriffen werden.Diese königlichen Ehren besaßen und besitzen jedoch auch zuweilensolche Staaten, deren Regenten den königlichen Titel nicht führen;so besaß sie die alte Republik Venedig und die der vereinigten Nie-derlande, so die Schweiz und die Großherzoge, wenigstens zumTheil. Die Zahl und die Benennung der in Europa vorhandenenKönigreiche, hat durch die, seit der französischen Revolution erfolg-ten Umwälzungen, mannichfaltige Veränderungen erlitten. Vor derfranzösischen Revolution gaben folgende Länder ihren Regenten denköniglichen Titel: Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal,Neapel und Sicilien oder beider Sicilien, Sardinien, Preußen,Böhmen, Ungarn, Gallizien und Lodomirien, Polen, England,Irland, Schottland, Gchwedcn, Dänemark und Norwegen. Nachdem Uusbruche der französischen Revolution verschwand zuerst Frank-reich, bald auch Polen aus der Reihe der Königreiche; dagegen aberwurden, seitdem Bonaparte an der Spitze von Frankreich stand,mehrere neue Königreiche geschaffen, von denen jedoch einige nureine sehr ephemere Eristenz erhielten. So entstand zuerst ein König-reich Hetrurien aus dem vormaligen Großherzogthume Toskana, sobald darauf ein neues Königreich Neapel, während in Sicilien diealte Familie die königliche Würde fortdauernd behauptete, so bildetesich ein Königreich Italien, ein Königreich Holland und mit demAnfange des Jahres 1806 die Königreiche Bayern und Würtem-berg, woraus im I. 1807 die Königreiche Sachsen uud Westphalenfolgten. Hetrurien und Holland wurden jedoch bald durch Frankreichselbst, Westphalen in unsern Tagen, durch die Befreiung Deutsch-lands von fränkischer Oberherrschaft, vernichtet. Allein auch mitden königlichen Familien ereigneten sich manche Veränderungen. InNeapel ward ein Bruder, bald darauf ein Schwager Bonaparte'Szum Könige ernannt, ein anderer Bruder in Holland, ein dritterin Westphalen und der anfängliche König von Neapel, bald daraufan die Stelle, der, durch List und Gewalt dethronisirten königlich-spanischen Familie, zum Könige von Spanien bestellt (nur erst dieneuesten Ereignisse zwangen diesen Scheinkönig auf Befehl seine«Bruders die usurpirte Krone niederzulegen); die königliche Familievon Portugal ward zu« Entfernung nach Brasilien gezwungen. Nochnie hatte Europa vorher eine ähnliche Wandelbarkeit der königlichenWürden und Geschlechter gesehen. Der königliche Titel ward bisherm Europa nur wirklich regierenden Königen, oder doch solchen,welche es gewesen waren, ertheilt, dagegen aber ward er, seitdemBonaparte den Kaisertitel angenommen, auch zum Titel für einenKronprinzen gemacht, welches noch nie der Fall gewesen war. Die-str neue König von Rom ist jedoch keinesweges mit dem römischenKönige zu verwechseln. Der Titel eines römischen Königs bezeichnetein dem vormaligen deutschen Staatsrechte, den noch bei Lebzeitenrömischen Kaisers von den Kurfürsten erwählten Nachfolgerdesselben, der jedx,ch als solcher durchaus keinen Antheil an derReuhsregierung hatte; den Titel eines Königs von Rom dagegen,sollte, nach der Einverleibung Roms mit dem französischen Reiche,vermöge eines Senatusconsults vom 17. Februar rZro, jedesmal