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Fünfter Band. Von I bis L.
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412 Königsberg Königsmark

der älteste Prinz des Kaisers von Frankreich führen. Ob, nachdem ! «eidie Einverleibung Roms aufgehört, der-Titel eines Königs von itaRom noch fortdauern werde , kam, jedoch wol mehr als zweifelhaft ei,erscheinen. <7r. se,

Königsberg, Hauptstadt im Königreiche Preußen, und vo

zweite Residenzstadt der preußischen Monarchie, eine berühmte Han- podclsstadt, ehemals zum hanseatischen Bunde gehörig, liegt am Ein- ^ Vflnsse des Pregel, über welchen hier sieben Brücken gehen, in das infrische Haff, iKv hat, die dreizehn BorstLdte mit eingerechnet, zwei ge

Meilen im Umkreise, in welchen Raum aber viele Gärten, Felder U>

und ein See mit eingeschlossen sind. Im I. 1782 enthielt die Stadt be4,Sc>3 Häuser und S5,c>86 Einwobver, deren aber 1802 nur noch 8

49,996 gezählt wurden. Das dortige Schloß ist prächtig gebaut, dr

liegt auf einer Anhöhe und enthält i3a Aimmer, von denen aber m

ein großer Theil nicht mehr bewohnbar ist. Die Stadt hat 2Z Kir- ei

chen, den Sitz der hohen Landescollegicn von Ostpreußen, des »c

Staatsministeriums , der Regierung, der Kriegs - und Domainen- ai

kammer u. s. w. Besonders schöne Häuser enthält die Königs- se

straße (neue Sorge). Der vornehmste Theil der Stadt heißt A

Kneip Hof; dieser liegt auf einer Insel im Pregel und ist auf st

Pfählen erbaut. In dem sehenswürdigen Dome ist die Orgel zu ni

merken, die 6,000 Pfeiler hat und 1721 vollendet worden ist. Die d>

dortige Universität, welche 1644 gestiftet ist, hat 18 Professoren, §

ungefähr 3oo Studenten und eine aus 7,600 Bänden bestehend» v

Bibliothek. Außer dieser giebt es daselbst die königliche, die Raths-, g

die brareinische und die wallcnrodische Bibliothek, welche bei weitem fi

wichtiger sind, wie die erstere. Außer der Universität befinden sich ' 8

daselbst noch viele, zum Theile vortreffliche Schulanstaltcn, unter v

denen das Kollegium Fridericianum die wichtigste ist. Die Festung a

Friedrichsburg mit Kirche und Zeughaus liegt vor dem Kneip- L

Hofe. Die dortige katholische Kirche ist 1777 erbaut. Obgleich der fi

Pregel neben der Stadt aS Fuß Tiefe hat, kann doch, wegen cini- fi

ger sich darin befindlichen seichten Stellen, kein großes bcladeneS f

Seeschiff aus demselben zur Stadt kommen. Die Schiffe müssen also »

in Pillau, dem Hafen von Königsberg, liegen bleiben. Der Han- «

del hat seit zwanzig Jahren beträchtlich abgenommen. Die sranzö- d

fische Colonie, welche allein vom Soldatenstande befreit ist, bestand H

1780 aus Z6g Köpfen. Die Judenschaft ist zahlreich und die Gar- 8

mson besteht aus 7,000 Mann. 2

Königsmark (Marie Aurore, Gräfin von) zuletzt Probst!» ?

des Stifts Quedlinburg, die bekannte Geliebte Augusts H-, Königs l

von Polen und Kurfürsten von Sachsen, ward um das I. 1678 ge- ^

boren und stammt aus einer der ältesten adligen Familien der Mark >

Brandenburg her. Sie ist sowol wegen der geistigen und körper- r

ii'chen Reize, mit welchen sie von der Natur verschwenderisch ausge- >

stattet war, als auch wegen der politischen Verhältnisse, in welchen >

sie lebte, um so eher als eine der berühmtesten und ausgezeichnetsten i

Frauen des i7ten und iZtcn Jahrhunderts, anzuführen, als ihr >

noch überdem das Glück werden sollte, einem der größten Helden z

seiner Zeit, dem berühmten Marffchall von Sachsen, das Daseyn zu r

geben. Kaum war sie 18 Jahr alt, und schon redete und schrieb »

sie, meistens mit Reinheit und Eleganz, die schwedische, deutsche, r

französische, italiänische und englische Sprache, verstand Latein, las e

die alten classischen Schriftsteller, besaß ausgebreitete historische '