Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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4«4 Koppelwlrthschaft Korallerr

Kopfe- einen oft wiederkehrenden Schmerz, der meistens von Rheu-matismus herrührt. Man sollte bei Kopfschmerzen mehr als bis-her gewöhnlich war, das Anlegen der Blutigel anwenden, weildiese in den meisten Fällen die größte Erleichterung verschaffen, llKoppelwirthschaft oder Schlahwirthschaft ist das-jenige Ackersystem, bei welchem die gesammte Feldmark in viel«Theile getheilt ist, wovon nach einem bestimmten Umlaufe die klei-nere Hälfte so viele Jahre, als ihrer Theile find, nach einan-der mit Getraide bebauet, die größere Hälfte aber eben s«viele Jahre, als ihrer Theile sind, nach einander zur Biehhuthmjbestimmt ist, und deswegen zuerst einmal mit Futterkräutern be-säet, sonst aber nachher dem natürlichen Graswuchse überlassen,oder auch hier und dort zum Theil als reine Branche behandeltwird. Man nennt diese Felder Koppeln, wenn sie weniger alt75 berliner, oder 35 dresdener Scheffel, und Schläge, sobald ß«mehr Aussaat bedürfen. Noch kleinere Abtheilungen heißen Lücken,und die zunächst an den Wohnungen liegenden, Tosten. Bei derKoppelwirthschaft, wie sie in Holstein und Mecklenburg Statt findet,hat man theils 5 , theils 7, theils g, theils n, theils rZ, theilt16 gleich große Koppeln, und bestellt die zum Getraidebau bestimm-ten mit Waitzen, Roggen, Erbsen, Gerste, Hafer und auch Buch-waitzcn, und nur in Holstein sind die Koppeln mit lebendige«Hecken, oder todten Einfriedigungen umgeben, in Mecklenburg nie;Höchsten« umzäunt man hier die Nacht- und Nebenkoppel«mit Latten, Stangen und Wcjdenästen. Sie paßt nur eigentlichfür nicht sehr bevölkerte Staaten , so lange in denselben nur höch-stens 1000 — aroo Seele» auf einer Quadratmeile leben, weil ihrHauptwirthschaftszweig die Viehzucht ist. In dieser Rücksicht hatdie Koppelwirthschaft zwar einige Borzüge vor andern Ackersystc-men, z. B. nämlich: 1) sie bedarf für ihren zum Ackerbaue bestimm-ten Flächenraum das geringste Betriebscapital, und ist für den Ei-genthümer sehr bequem; 2) sie kann größtentheils das Getraidewohlfeiler, als bei andern Ackersystemen erzeugen. Allein sie bildetdas Eigenthum theils zu großen Massen, die sich nachher nicht leichttrennen lassen, theils nur in wenige Hände größerer Grundeigen-thümer, größerer Pächter und armer Tagelöhner, die im eigentlichenSinne kein Vaterland, und mithin auch keine wahre Vaterlands-liebe haben. Sie hängt in Ansehung ihres Wohlstandes immer v«nAuslande und von ganz fremden Ereignissen ab. Eben so begün-stigt sie die Bevölkerung nur wenig, und wird dadurch natürlicherWeise dem Entstehen und Gedeihen der Manusacturen und Fabri-ken hinderlich. Mithin kann dieselbe keinem Staate im Ernste zurNachahmung empfohlen werden. X.

Korallen sOornIlia) heißen diejenigen Pflanzenthiere (^>- 7 'toroa), welche Horn- oder kalkartig sind, und Löcher oder Zellenbilden. Es giebt Röhrenkorallen, Sternkorallen,Punctkorallen, Gliederkorallen, Hornkorallen ».s. w. Ehemals rechnete man die Korallen zum Mineralreiche; jetztwerden ste jedoch zu dem Pflanzenreiche gezählt. Aber auch bloßeGewächse find es nicht, sondern Gehäuse, worin lebendige Thierewohnen. Diese aber sind nicht von den Thieren erbauet, wie etwadie Zellen von den Bienen, sondern sie.entstehen ungefähr wie dieMuscheln und Schneckenschaalen, nur daß bei der Fortpflanzung da§junge Thier zugleich mit seinem kalkigen Gehäuse von dem alten,