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Fünfter Band. Von I bis L.
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424 Kosegarten Koszruszko

auszeichnet, u. a. n>. haben ihm viele Theilnahme und Freunde er-worben. Indeß sind die Stimmen über sein Verdienst doch sehrgetheilt, denn während Einige ihm einen beträchtlichen Rang unterunsern vaterländischen Dichtern zugestehen, möchten Andere ihm lie-ber alle Ansprüche auf den Namen eines Dichters verweigern. Al-les , sagen sie, ist bei ihm krankhaft und krampfhaft, mühsamesFlattern in das Wilde, patbetischer Ausbruch einer «xaltirten Ver-worrenheit, leere Deklamation, und um so leerer, je mehr auf FülleAnspruch gemacht und von derselben geredet wird. Und vermagwohl irgend einer, der die Gedichte Kossgartens unparteiisch gelesenhat, diese Beschuldigungen verläumderisch zu schelten? Vielleichtverdient der einzige Ausdruck Alles diesen Tadel. Innigkeit desGefühls, Adel der Gesinnung, eine gewisse Kraft der Phantasiekann man Kosegarten, ohne offenbar ungerecht zu seyn, nicht ab-sprechen; es mangelt ihm aber an reinem, geläutertem Geschmack,an Besonnenheit und oft an Adel des Ausdrucks. Seine Erhaben-heit wird nicht selten zu Schwulst und Bombast, seln Gcfühlsaus-druck zu Grimasse, seine Kraft zu Radotage, seine Naivetät zu Fad-heit, und kurz, es giebt kaum eine ästhetische Sünde, die Kosegartennicht begangen hatte. Verstände er sich auf seinen wahren Bortheil,so würde er sich überall der Natürlichkeit und Einfachheit befleißi-gen, denn wo er natürlich und einfach geblieben ist, da gränzt seineDarstellung oft nahe ans Vortreffliche. Mit weicher Zartheit sindnicht einige Legenden von ihm erzählt! 'Wie rühren mehrere sei-ner Ufcrpredigten, seine Reden an Serena von dem Abendmahldes Herrn, durch ihre einfache Herzlichkeit, ihre ungeschminkte Ra- >tur, ihre Wahrheit und Klarheit! Wie ergreifen mehrere seiner !Geeichte das Herz, weil ein wirklich von Wahrheit und Natur ^durchdrungenes Gemüth uns daraus anspricht! Wer kann dagegen ^z. B. an seine Ebba von Modem denken, ohne sich wie auf der Fol-ter zu fühlen, so verrenkt, so abentheuerlich, so bizarr ist alles. DasResultat von allem diesem ist, daß Kosegarten zwar allerdings An-lagen , und nicht gemeine' Anlagen zum Dichter besitzt, daß er aberoft und mit Ernst noch die Kritik an seinen Werken üben muh;wenn er sie der Vollendung nähern will, die allein auf Unsterblich-keit Anspruch giebt. Au leugnen ist nicht, daß er in der neuen Aus- ^gäbe seiner Gedichte schon manches dafür gethan hat, und vielleicht .thut er noch mehr, um alle jene verdammenden Urtheile nieder»»- >schlagen. Es wird vortheuhaft für ihn und das Publicum seyn,wenn er bedenkt, daß auch hier die Hälfte mehr werrh ist, als das >Ganze. Uck. ,

Kosciuszko (Thaddäus), der Republik Polen letzter Ober-feldherr, eine« der größeren Männer unseres Zeitalters. Feldherrn-Talente, Tapferkeit, und mehr als dieß: Menschlichkeit, Vaterlands-liebe , strenge Gerechtigkeit und dir reinste Uneigennützigkeit stellenihn hoch unter seinen Zeitgenossen und in dem Urtheile der Nach-welt. Kühn und beharrlich in seinen Unternehmungen, fest und be-sonnen im Glück, ruhig und würdevoll im Unglück, eben so thätigals überlegt im Handeln, dem Recht, der Wahrheit, der Freiheit,dem Baterlande treu, hat er dessen Fall überlebt, um jetzt (im A--814) desselben Wiederherstellung zu hoffen, und >das Schicksal mitsich zu versöhnen. Das vom preußischen Eabinet getäuschte Polenwar, durch die grausame, ungerechte Politik seiner Rachbarcn, unddurch den landesverrätherischcn Partcienzwist im Innern zerstückelt,