Kosciuszko 427
gebenes Wort, nicht wider die Russen zu dienen, gehindert» an ih-rem Kampfe, unter Dowbrowski's Leitung» in d. I. > 8 v 6 und 1807nicht Theil nehmen; doch erließ er den 1. Nov. 180S von Paris ei-nen Aufruf an seine Ration. Er blieb fortwährend in Paris, waer das Schicksal feines unglücklichen Vaterlandes beobachtete. Ni-emcewiz trat bekanntlich in eine thätige staatsbürgerliche Laufbahnin Warschau zurück. Als endlich die Reste der polnischen Armeenach Napoleons, ihres Gebieters, Sturze, den 11. Apr. vom Kai-ser Alexander unter des Großfürsten Konstantin Befehl gestellt wor-den waren, u,ck> im Junius 1814 nach Polen zurückkehrten, wo jetztDombrowski die polnische Armee aufs Neue versammelt, und dieHoffnung vorhanden ist, daß Polen, mit Rußland verbunden, eineähnliche selbstständige Verfassung, wie die im I. i/gZ war, erhal-ten soll: da schickte sich auch Kosciuszko zur Rückkehr in sein Va-terland an. Die Bildung und das Schicksal dieses Mannes erhiel-ten durch eine unglückliche Liebe ihre erste Richtung. Ein Vorfall,der seine Neigung zu der Tochter des Marschalls von Litthauen,Sosnowski, veranlaßte, nöthigte ihn Polen zu verlassen. EinsameStudien, vorzüglich in Geschichte und Mathematik, und seine für dasErhabene empfängliche Einbildungskraft, hatten ihn auf die Schuledes Krieges, der Freiheit und der Lebensweisheit, in welche er jetztunter Washington eintrat, vorbereitet. Er zeichnete sich in Ame-rica bei mehreren Gelegenheiten durch Kenntniß und Muth, vorzüg-lich bei der Belagerung von Rrnety-Six aus. In dem Kriege sei-nes Vaterlandes gegen Rußland im I. 1792, hielt er sich in demTreffen bei Dubienka mit ungefähr 4000 Mann gegen 16,000 Rus-sen auf einem Posten, den zu befestigen er nur 24 Stunden Zeitgehabt hatte, sechs Stunden lang, und zog sich ohne großen Verlustzurück. Diese That gründete seinen militärischen Ruf. Der Be-freiungsplan, welchen er im I. 1794 mit seinen Freunden verabre-det hatte, war noch nicht reif, als Madalinski und andere Feuer-köpfe durch ihre voreiligen Gewaltschritte auch Kosciuszko nöthig-ten, öffentlich zu handeln. Seume nennt das Manifest, was ergegen die Kaiserin und den König erließ, unklug, weil es persön-liche Beleidigungen enthielt; allein der heftige Ton desselben warauf die polnische Nation berechnet, und der Zorn eines Republika-ners von einfachen und strengen Sitten, wie Kosciuszko war, mußteentbrennen, als üppige Fürsten nach Willkähr ein armes, gedrück-tes Volk, die Polen jakobinischer Grundsätze und Verbrechen vorganz Europa anklagten, und deßhalb dem gesetzmäßigen Schritte derNation und des Königs Stanislas, sich eine dauerhafte Verfassungzu geben, den Krieg erklärten. Was Katharina durch Bayonetteerzwäng, das hatte Friedrich Wilhelm H. durch treulose Aufhebungstines mit Polen geschlossenen Schutzbündnisses möglich gemacht.Solche Politik mußte jeden Staatsmann, der zugleich ein Herz fürsein Vaterland hatte, empören. Kosciuszko besaß die unumschränkteGewalt. Er bediente sich ihrer mit Gerechtigkeit, Weisheit undMilde. Man macht ihm den Vorwurf, daß er die dem Bischofs vonChelm und Lublin, SkarszewSki, nach dem Gesetze zuerkannte To-desstrafe, auf Verwenden des päpstlichen Legaten in Gefängniß ver-wandelte. Allein er wollte das der Geistlichkeit ergebene Gemüthdes Volks schonen. Hätte er nur mehr Strenge gegen die Großen,welche von Gehorsam und Ordnung nichts wissen wollten, bewiesen tDen König Stanislas behandelte er mit Achtung; aber unmöglich