4^8 Kosciuszko Köthen
konnte er diesem verdächtigen und gehaßten Schwächling eine Theil-nahme an der Gewalt gestatten, welche die Ration ihm allein über-tragen hatte. Vielleicht sind die Vorwürfe, die man ihm als Feld-herrn macht, gegründeter. Er gab den bewaffneten Bauern Sensen,da doch die Pike eine bessere Waffe ist. Mein er mußte sich schla-gen ohne Soldaten, ohne Waffen, ohne Geld. Der Feind standschon im Lande. Er war umringt; und in Polen selbst keine Ein-tracht, keine allgemeine Begeisterung! Seine Vertheidigung im La-ger vor Warschau, wo er eingeschlossen war, wird von den Kennernfür meisterhaft erklärt. In dem Treffen bei Sczekoczyn hingegenwar es Mangel an Erkundigung, daß er die Vereinigung der Rus-sen mit den Preußen nicht wußte; auch scheint es Unkunde der Ge-gend zu verrathen, daß er sich von Fersen bei Macziewice angrei,fen ließ. Doch die Kühnheit findet nur dann Beifall, wenn siesiegt. Mit geübten russischen Soldaten wäre er unüberwindlich ge-wesen; und hatte alle Polen sein Geist erfüllt, sein Vaterlandwürde nicht zu Grunde gegangen seyn. — Man hat von ihm ei»von Krüger in Dresden, nach Cosway's Gemälde und Demiani'SZeichnung gestochenes, wohlgetroffenes Charakterbild. Ob.
Lothe heißt im Nieder-sächsischen ein Bauerhaus , welches we-der Hof noch Ländereien hat uud dessen Besitzer deshalb bloß z»Hand- und Zußdiensten verbunden ist. — Kothe (Salzko-then), besonders in Halle, sind die kleinen Hütten in den Salz-werken , in welchen das Salz gesotten wird. — Kothfassen(Kötber, auch Hintersassen) heißen die Bauern, die einebloße Kothe, also weder Zugvieh noch Sänderei, besitzen und welchedaher, wie schon oben gesagt, zu Hand - und Fußdiensten verpflich-tet sind. Oft werden auch die sogenannten Eschutzverwandtenoder Häuslinge mit dem Namen Hintersassen belegt. Ehemalswaren die Kothsaffen (säserixtitü) eine Art von Leibeignen, welchean ein gewisses Gut gebunden waren, mit dem sie auch anderwei-tig verkauft werden sonnten. Die Herleitung des Works Kothevon dem Lateinischen ca-n (Häuschen, Hütte) scheint zugewagt.
KLthen (Anhalt-Köthen), ein Theil der ehemalige»vereinten anhaltischen Länder, siel, als loSr nach dem Tode Hein-richs I. (des Fetten), welcher zuerst den fürstlichen Titel geführthatte, diese unter die Söhne desselben vertheilt wurden, nebst Zerbst,Dessau und Coswig, an den jüngern Sohn S i e g fr i e d I., welcherdemnach als der Stammvater der jetzigen fürstlichen Häuser diesesNamens zu betrachten ist. Er starb wahrscheinlich im I. > 5 w,nachdem er in der Fehde gegen Friedrich mit der gebissenen Wangedie Städte Delitsch und Bitterfeld verloren hatte. Sein Sohn Al-bert I., welcher zu ^KLthen residirte und 1Z16 starb, verdrängtezuerst die wendische Sprache aus den anhaltischen Gerichtshöfen,Seine beiden Söhne Albert II. und Waldemar I. regiertengemeinschaftlich, waren freigebig gegen die Klöster, erwarben dieStadt Roßlau lind erbauten das Schloß zu Dessau. Albert II,-welcher 1Z62 starb, hatte drei Sohne, von denen der älteste Jo--hann I. dem Vater in der Regierung folgte, zu Zerbst residirte,die Grafschaft Lindau erwarb und iZz- in Palästina starb. Seinedrei Söhne Sigesmund I,, Albert IV. und Waldemar III- regier-ten anfangs gemeinschaftlich, theilten sich aber nach Waldemars IH-Tode, in die väterlichen Erbstaaten und Albert IV. erhielt Köthe»