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Köchen
Kotz ebne
terließ die Regierung seinem noch ungebornen Sohne EmanuelLeb recht, welcher dieselbe 1692 antrat und am So. Mai 1704starb. Er stiftete zuerst das Recht der Erstgeburt in seinem Hause,welches aber, da der Kaiser seine Zustimmung nicht gegeben hatte,unter den beiden Söhnen, Leopold und August Ludwig, einen Streiterregte, der aber bald ausgeglichen wurde, worauf alsdann Leo-pold die Regierung antrat. Da er aber am 17. Nov. 1728 oh«Nachkommen gestorben war; so gelangte der zweite Bruder Au-gust Ludwig zur Regierung, unter welcher das Land an Bevöl-kerung, Fabriken und Manufacturen sehr gehoben wurde. Ihmfolgte 17SS Carl Georg Lebrecht, der als Militär in öster-reichischen Diensten 1789 gegen die Türken kämpfte und am 17. Set.1789 zu Semlin starb. Sein Sohn und Nachfolger, August Chri-stian Friedrich, am 18. Rov. 1769 geboren, war sein Nachfol-ger. Er trat als souveräner Herzog am 18. April 1807 dem Rhein-bünde bei und war mit einer neuen Organisirung seines Lander,namentlich mit der Einführung des französischen Gesetzbuchs beschäff-tigt, als er im I. -812 starb. Seitdem führt Dessau die Admini-stration für den am ro. Sept. 1802 gebornen und folglich noch un-mündigen Herzog Ludwig August Carl Friedrich Emil,«inen Bruderssohn des letztverstorbenen Herzogs. Die Kesammt-besitzungen des Herzogthums Anhalt-KLthen betragen i 5 Quadrat-meilen, mit 28,842 Einwohnern und 120,000 Thalern Einkünften.Das ganze Land besteht aus 4 Städten, 7 Aemtern und 94 Dörfern.Die Hauptstaot Köthen, zählt 700 Häuser und 7,000 Einwohner.Eine Sehenswürdigkeit derselben ist der Saal, in welchem die Wap-pen und Denksprüche der von Ludwig 1617 gestifteten fruchtbringen-den Gesellschaft befindlich sind. S. Anh a l t.
Kotzebue (Aug. Friedr. Ferdinand von) wurde den Z. Mai,76a zu Weimar, wo sein Vater, den er frühzeitig verlor, herzogtLegationsrath war, und seine Mutter und sein jüngerer Bruder nochleben, geboren. Er selbst rühmt die Verdienste seiner Mutter um seineBildung, und sagt, daß sie ihm den Geschmack am Lesen fast mitder Muttermilch eingeflößt und ihn fühlen gelehrt habe. Durch Leb-haftigkeit des Geistes und Regsamkeit des Gefühls zeichnete er sichschon in jungen Jahren aus, und noch nicht sechs Jahr alt, wagteer schon poetische Versuche. „Diejenige Begebenheit meines Lebens,sagt er selbst, die durch ihre Folgen den größten Einfluß auf meineBildung gehabt, und mich von meiner zartesten Kindheit an unwi-derruflich zum dramatischen Schriftsteller bestimmt hat,war folgende. Der Schauspieler Abbt kam mit einer herumziehendenGesellschaft nach Weimar. Meine Rdügier war ohne Grenzen. Miteinem heiligen Schauer betrat ich das Schauspielhaus. Die vielenLichter, die versammelte Menge, die Schildwachen, die geheimniß-rvlle Gardine, alles das spannte meine Erwartung aufs höchste.Man gab den Tod Adams von Klopstock. Der Vorhang rollte auf;ich war ganz Auge, ganz Ohr; mir entging kein Wort, keine Be-wegung. Ich kam wie betäubt nach Hause. Man fragte mich, wie«s mir gefallen? Ach Gott! gefallen war nicht das rechte Wort.Ich sollte erzählen, und konnte weder Anfang noch Ende finde".Ich wünschte mir auf der Welt nichts mehr, als das Glück, täglicheinem solchen Schauspiele beizuwohnen. Unbegreiflich war es mir,wie die Leute so ruhig davon sprechen, und ihre Geschäffte nach M"vor ganz ordentlich betreiben konnten. Unbeschreiblich war meine