Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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446 Kretschmann Kreuz

wohne r selbst zu. Das Uebel könnte vermindert und vielleicht aus-gerottet werden-, wenn die Herrathen der Kretinen unter einanderverboten würden, anstatt daß der Aberglaube hie und da sie be-fördert; wenn man Kinder, bei denen man einen Ansatz zu der >Krankheit bemerkt, in hoch liegenden Gegenden, in welchen der jKritlnismus nicht vorkommt, erziehen ließe, wenn man die Rein-lichkeit, Thätigkeit und Geistescultur der Bewohner jener Thälermehr beförderte. (Fodere, über die Kretinen, übcrs. v. Lindemann,Berlin 1796.) Ik.

Kretschmann (Carl Friedrich) wurde am 4-Dec. 1708 zuZittau in der Oberlausitz geboren, woselbst sein Vater Oberadvo-cat war. Auf dem Gymnasium daselbst erhielt er die erste wis-senschaftliche Bildung, worauf er 1757 die Universität zu Witten-berg bezog; um daselbst die Rechte zu studiren. In demselben Jahreverlor er, außer seinem Vater, auch noch sein ganzes Vermögendurch das Bombardement der Stadt. Im I. 1764 wurde erOber-amtsadvocat und 1774 Gerichtsaetuarius zu Zittau. Im I. 17g?setzte ihn seine Regierung als Emeritus in den Ruhestand. Kretsch-mann hat sich in mehrern Arten der Dichtkunst nicht geringe Ver-dienste erworben: er bearbeitete das Bardenlied, das epische Ge-dicht, die Hymne, die Ode, das scherzhafte Lied, die Elegie, dasSinngedicht, die Fabel und Erzählung, so wie das Drama. Auchals Prosaiker und Uebcrsetzer hat er sich zu seinem Vortheile be-kannt gemacht. Unter dem angenommenen Namen Rhingulfder Barde zog er schon zu einer Zeit, wo die deutsche Poesie nochim Werden befangen war, durch seine Bardiete die allgemeineAufmerksamkeit auf sich. Unter seinen lyrischen und epigrammati-schen Gedichten zeichneten sich viele durch Neuheit, Wahrheit, Witzund Feinheit, so wie durch geschmackvolle Sorgfalt und strenge Po-litur aus. Seine Schriften sind: Fünf ausgesuchte Lustspiele ausdem DIieLtra Italien des Gherardi. Berlin, 1762. 8. Sammlungkomischer, lyrischer und epigrammatischer Gedichte. Franks, u. Lpz.(Bautzen) 1763. 8. Scherzhafte Gesänge. Leipz. 1771. 8. KleineGedichte. Leipzig, 1776. 8- Von den Sitten der alten Deut-schen. Aus dem Lateinischen des Tacitus. Leipz. 1774. kl. 8. Dieseidenen Schuhe, Lustss iel in zwei Acten. Leipz. 1787. Sämmtli-che Werke. 7 Thle. Leipz. 1784—i8o5. (Enthalten, außer den bes-sern vorhin genannten Werken, auch mehrere neue Arbeiten) —Lucius Annäus Florus. Aus dem Lateinischen. Leipz. 1736. Lire-rarischer Briefwechsel an eine Freundin; auch unter dem Titel:Claudian. Leipz. 1797. Kleine Romane und Erzählungen. aTYle.Leipz. 1799. i8a3. Johann Peter Willebrands Inbegriff der Poli-zei. Aus dem Franz. Leipz. u. Zittau/ 176b. Themis und Ko-mus, oder Industrie- und Advacaten-Kalender. Leipz. 1789- Reisenach den Badeörtern Karlsbad, Eger und Löplitz. Außerdem ent-halten noch viele Zeitschriften, und zwar in sehr beträchtlicher An-zahl, Beitrage von Kretschmann.

Kreuz. Der Umstand, daß Jesus am Kreuze gestorben ist,

hat dieß bei den Römern übliche Werkzeug d'er schimpflichsten To-desstrafe zu einem heiligen Zeichen erhoben, dessen sich die Christenals Uuterscheidungs- und Erinncrungsmerkmal bedienen. Der Ge-brauch, sich zum Andenken des Todes Jesu zu bekreuzigen, geh-bis auf das dritte Jahrhundert zurück. Konstantin der Große ließauf öffentlichen Platzen, in Pallasten und Kirchen Kreuze aufstel-

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