Kreuz
Kreuzen
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len, und schon damals bemahlte man damit den Eingang dcrHäu-ser, um sie als christliche zu bezeichnen, auch wurden späterhinKirchen in Kreuzesform gebaut. Juni Gegenstände der Verehrungwurde es aber erst, nachdem die Kaiserin Helene, EonstantinsMutter das Kreuz, an dem Jesus gestorben seyn sollte, in Jeru-salem fand und einen Theil davon nach Constantinopel mitbrachte.Nun galt es bald als Panier des Sieges und der freudigsten Hoff-nungen; Fahnen und Waffen wurden damit geschmückt und der ,Kaiser»Heraclius glaubte, das Palladium seines Reichs wiedercr-obert zu haben, als er jenes zu Jerusalem aufbewahrte Stückdes Kreuzholzes, das den Persern 6iö in die Hände gefallen war,KZr von ihnen wiedergewann. Wunderbar vervielfältigte sich dieseheilige Reliquie, unzählige Kirchen wußten Stückchen davon aus-zuweisen: deren wunderthätige Kraft sich durch die erstaunenswür-digsten Thatsachen bewahrt haben sollte, und man glaubte im Ernst,daß es sich theilen lasse, ohne kleiner zu werden. Vergeblich foch-ten die Bilderstürmer auch die Änderung des Kreuzes an; manglaubte, ihm mit dem daran gehefteten Bilde des sterbenden Erlö-sers (Crucifix; vor allen andern Heiligenbildern Verehrung schul-dig zu seyn, und »ach dem Lehrbegriffe Johannes von Damaskwurde es im 7ten Jahrhundert in den Kirchen des Orients förm-lich adorirt. Daß auch der Occident seiner Gestalt geheime Kräftezuschrieb, beweist die K r e u z pr o b e oder das K r e u z ge r i ch t,das im 8ten und gten Jahrhundert in Frankreich und Deutschlandals.ein Gottesurtheil galt, bei dem der, der es am längsten aus-hielt, in Gestalt des Kreuzes ausgespant zu stehen, seine Unschuldund sein Recht erhärtet hatte. Die Zeldzüge, die die Christenheitim Mittelalter zur Wiedereroberung des heiligen Landes geführthat, sind ebenfalls vorn Kreuze benannt, weil sich jeder Theilneh-mendc mit einem aus sein Kleid gehefteten Kreuze von rothem Luch,Seide oder goldnem Bande bezeichnen und dadurch zum Kreuz-fahrer machen ließ. Einen ander» Sinn hatten die unter demNamen K reu z b rüder im Anfange des iZten Jahrhunderts,nach Art der Geißler herumschweifenden Rotten, die nur schwär-merische Ausübungen und Absonderungen, von den kirchlichen Miß-bräuchen beabsichtigten. Solcher Areuzbrülvr wurden 91 auf ein-mal 1414 zu Sangerhausen in Thüringen verbrannt. Unter denvielen Erinnerungen, die von jenen Zügen gegen die Ungläubigenbls auf unsre Zeitengekommen sind, ist die Kreuzbulle beson-ders merkwürdig. So heißt nämlich eine Ablaßbulle, die zuerstFerdinand der Katholische für die Spanier erhielt, um sie durcheine völlige Sündenvergebuug und gewisse Freiheiten beim Fastenzu Kreuzzügen gegen die Mauren zu bewegen. Obgleich späterhin^ dieser Bulle wegfiel, blieb sie doch in Kraft, weil das
°urch den Verkauf des darin versicherten päbstlichen Ablasses in«panien und spanisch America gelöste Geld ein bedeutendes Ein-rammen für den Klerus und die Könige wurde. Daher gilt nochLändern niemand für einen guten Christen, der die-d-n m » kauft und die damit verbundenen nach Befinden. .Erzählung größeren oder geringeren kirchlichen Privilegien sindzu machen^"*" ^""3, um ihm alle Stande und Geschlechter zinsbar
^ " (>" der Schiffersprache) heißt, sich einige Zeit auf>ner Hohx rn hxx See halten, um daselbft Schiffe zu erwarten.