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Fünfter Band. Von I bis L.
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Kriegskunst 457

>en stehenden Heere mehr ausgebildet, wenn gleich dieStarke derselben

-II, im Verhältnisse ;u den Heeren der spätern Zeit in den einzelnen

on- Staaten nur gering blieb; auch die Taktik machte durch die großen

,h Feldherrntalente eines Heinrich IV., eines Prinzen Moritz von

UI- Raffau und des Herzogs Alexander von Parma Fortschritte, vor-

cd. züglich aber war es jedoch die Belagerungskunst, die in dem spa-

»l> nisch-niederländischen Kriege vervollkommnet wurde. Ungleich wich-

jch tiger ward noch der dreißigjährige Krieg. Zwar bestand noch im.

zen mer der größte Theil der Heere aus Menschen, die' von -dem Fcld-

die Herrn nur für die Dauer des Krieges angeworben waren, wie z. B.

ist Wallensteins Schaaren, allein dagegen ward durch Gustav Adolf

« eine wichtige Veränderung in der Taktik bewirkt. Er verminderte

ni, . die tiefen Stellungen, führte kleinere Abtheilungen, leichtere Waffen>k, ! und manche Verbesserungen bei der Artillerie ein, wodurch über-ir, Haupt erst schnelle und künstliche Bewegungen und Manöver mög-

ij- lich wurden. Wiederholte Siege bewährten die Vorzüge des neuen

en > Systems vor der alten Kriegskunst, der selbst'noch Wallcnstei»tz- huldigte. Das gesammte Kriegswesen erhielt bald darauf unter

>ch Ludwig XIV. durch den Kriegsminister le Lellier und dessen Sohn

n- und Nachfolger Louvois, die Kriegskunst insbesondere durch Lu-ch renne und andere gleichzeitige große Feldherren, eine vollkomme»

r- veränderte Gestalt. Das System der stehenden Heere ward auf

yr eine bisher noch nicht gesehene Weise ausgedehnt. Statt der 14000Mann, die Heinrich IV. gehalten, unterhielt Ludwig XIV. feiter dem Nymweger Frieden nun schon «in Heer von 140,000 Mann.

ch Frankreich hatte das Beispiel gegeben, alle andern Mächte mußten

;g nothwendig nachfolgen; nur die Seestaatew England und Holland

ch sträubten sich lange Zeit gegen eine gleichmäßige Vermehrung der

n, stehenden Heere, die man immer dort als der Freiheit gefährlich

m fürchtete. Nothwendig mußten diese großen Massen auch auf die

e- Kriegskunst einen wichtigen Einfluß haben. Es ward eine Kunst,

i, die immer mehr ins Große getrieben ward. Frankreich war es zu-rr gleich, welches seine Grenzen aus jede Weise durch Erbauung neuer

te Festungen zu sichern suchte, und die französischen Kriegsbaumeister

!d galten bis auf die neuesten Zeiten für unerreichbare Muster in

Europa. Im Anfange des 18- Jahrhunderts begann für das ge-'» sammteKriegswesen und die Kriegskunst eine neue wichtige Epoche,

t, Nicht nur erhielt Rußland durch Peter den Großen ein zahlreiches,

ie auf europäische Art disciplinirtes und exercirtes stehendes Heer,

-, welches nachmals unter der Regierung der Kaiserin Anna durch

r Münich auch in seiner innern Einrichtung den Heeren der übrigen

w europäischen Staaten gleich gemacht ward, sondern auch Preußen

>- trat unter Friedrich Wilhelm I., gegen die Mitte des Jahrhun-

!- derts, als ansehnliche Militärmacht in Europa auf. In der preu-

a fischen Monarchie ward das stehende Heer die Hauptsache; die Zahl

, desselben stand bald mit der Bevölkerung des Staats nicht mehr

- im Verhältniß, und so gab Preußen vor allen zuerst das Beispiel

e des Systems fremder Werbungen, woraus nothwendig ein gewalti-

e ^ ger, für den gemeinen Krieger äußerst drückender Zwang hervor-a ^ sehen mußte. Nur zur Maschine sollte das Heer werden, und wie

- hätte ein Heer, zum Theil aus geworbenen Fremden, dem Aus-

- würfe aller Länder bestehend, auch anders dienen können. Vor-

e juglich ward jedoch diese Idee, das Heer' zur kunstfertigen Ma-

- Ichrne und nur allein dazu zu bilden, durch Friedrich II. in Auto-