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Fünfter Band. Von I bis L.
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458 Kriegskunst Kritik

ritätz.gesetzt. In seinem Zeitalter ward die Kriegskunst in vollemSinne des Worts ausgebildet; Friedrich selbst ward ihr vollkom-menstes Muster, und das Beispiel des großen Königs wirkte aufalle, selbst die kleinsten Staaten, das System der stehenden Trup-pen aber erhielt eine Ausdehnung, wie es sie noch nie gehabt;vreußische Taktik ward das Vorbild für alle Heere Europa's.Zugleich aber schlichen sich auch schon jetzt Fehler ein, die noth-wendig in der Folge ihre .ganze Nachtheilige Wirkung äußern muß-ten. Die übergroße Zahl des fremden angeworbenen GesindelSführte immer mehr zu einer höchst entehrenden Disciplin, die denStand des Soldaten höchst elend machte; alle Aussicht auf Beför-derung und damit zugleich jederEhrgeiz ward durch die ausschließ-liche Besetzung, der Officierstellen mit Adligen , und auch diese nurnach der Anciennitat, eine natürliche Folge des langen Friedens-standes seit dem fiehenjährigen Kriege, erstickt;- map fing an mitdem Heere zu spielen, statt es zu gebrauchen. So schien das Sy-stem des Kriegswesens auf die höchste Stuffe der. Ausbildung er-hoben zu seyn, als die französische Revolution einen Sturm Her-beiführte, der Euro»« in seinen Grundfesten erschütterte und dieBlößen des bisherigen Systems in ihrem ganzen Umfange auf-deckte. Durch die gewaltige Ausdehnung des Systems, der stehen-den Heere, hatte sich eine weite Kluft zwischen ihnen und den Ra-tionen allmahlig befestigt; nur das Heer war bewaffnet-, nicht dieNation, diese war vielmehr gänzlich wehrlos-geworden. War dasHeer geschlagen, so war auch die Nation unterjocht, und zugleichwaren die Heere so über alles Verhältniß zu den Geldkräften derStaaten vergrößert, daß sie nothwendig für den Gebrauch größten-theils todt bleiben mußten. Die Uebertreibung strafte sich wieimmer, so auch hier! Man hatte die Heere nur zu Maschinen ge-macht und alle moralischen Triebfedern waren zerbrochen, wasmußte erfolgen, wenn, wie jetzt geschah, ein Volk in fanatischerUeberspannung den Kampf gegen die veralteten gewohnten Mittelbegann, als in Frankreich plötzlich die Nation zu den Waffen ge-rufen ward, gegen die verrostete Maschine der stehenden Heere?Eine neue einfache Taktik, durch junge Militärische Genies gegrün-det, entstand. Lie blieb unbesiegt, so lange als sie ihrem ur-sprünglichen Zwecke getreu war; — als aber der Herrscher vonFrankreich, wieder in den alten Wahn verfallend, sein Heer immermehr nur als Maschine für seine persönlichen Absichten zu brauchenbegann, als die übrigen Mächte Europa's, durch die Erfahrung be-lehrt und auf ihre gerechte Sache gestützt, endlich die Rationenselbst für Recht und Freiheit zu den Waffen riefen, da bewährtees sich von neuem, daß reine noch so gerühmte Kunstfertigkeit,keine noch so vollkommene Maschine der moralischen Kraft und demEnthusiasmus, wenn auch weniger geübter Heere, auf die Dauerzu widerstehen vermag. (lr.

Kritik, mit diesem griechischen Worte bezeichnet man dieBeurtheilung und Prüfung eines Gegenstandes, besonders wenn siegründlich und ausgeführt ist; dann die Fähigkeit oder Kunst derBeurtheilung gewisser Gegenstände, und endlich auch die Wissen-schaft für die Beurtheilung derselben, oder die wissenschaftlicheDarstellung der aus der Natur oder dem Begriffe eines Gegen-standes hervorgehenden Regeln, nach welcher seine Wahrheit oder

Zweckmäßigkeit beurtheilt werden kann. Jede Kritik seht also e>-