466 Kruftnstern
in 12. 1811 — 1812 erschienen, geschmückt mit dem Bildnisse derVers. und mit illum. und schwarzen Kupfern. Die beiden erstenTheile kosten Z LHIr. Eine englische Uebersetzung der Kruscnstern-schen Reise von Goppner ist unvollständig und durch eine MengeFehler entstellt. — Auch Capitain Urey Lisanskoy hat die aufder Newa gemachte Reise um die Welt in russischer Sprache,be-schrieben (St. Petersburg 1818, 2LH. 3 .), wovon der Hofrath Dr.Pansner eine deutsche Uebersetzung liefert. Das dritte Hauptwerküber diese Reise hat der kaiserl. russische Hofrath G.H. v.Langs-dorsf unter dem Titel herausgegeben: Bemerkungen auf einerReise um die Welt in den Jahren igo 3 bis 1807, in 2 Bdn., 4.mit Kupf. Frankfurt a. M. bei Wilmans 1812. wovon jedoch nurder erste Band die Krusensternsche Reise betrifft', da der Berf. imI. i 8 o 5 die Expedition in Kamtschatka verließ, und seine Reisevon den Meuten und America aus zu Lande durch Sibirien en-digte. Auch dieses Werk ist ins Englische übersetzt. — Ueber denwissenschaftlichen Werth der Krusensternschen Reise ist nur eineStimme. Capit. Krusenstern entdeckte die Orlowsinseln; durch ihn'wurden die neuen Marquesas- oder Washingtonsinseln, besondersRukahiwa, bekannter. Vorzüglich gewann die Geographie vonAustralien, die der japanischen Küste und der Inseln des chinesi-schen Meeres. Die östlich von Japan gelegene Insel aber, welchedie Spanier 1610 entdeckt haben sollten, konnte Krusenstern so we-nig finden, als vor ihm Bries und La Perouse. Eben so mißlangderWunsch, bieHandelsverbindung mitJapan wieder anzuknüpfen.Der dahin bestimmte russische Gesandte, der Kammerherr von Re-sanoff, ward nicht angenommen. Was Krusensterns Reise abervor allen ähnlichen auszeichnet, ist der Umstand, daß er seineganze Mannschaft, die auf der Nadeshda aus 85 Personen bestand,nach einer mehr als Zjährigcn, fast durch alle Zonen gemachtenSeefahrt, gesund und vollzählig heimführte. Für den russischenHandel wird diese Reise erst in der Folge recht wichtig werden,wenn die vorgeschlagenen Verbesserungen in der Verwaltung derrussischen Niederlassungen auf den Aleuten und aus der Nordwesr-küste von America, auf deren Mißbräuche Krusenstern mit edlerWahrheitsliebe aufmerksam gemacht hat, ausgeführt sind. Dannsteht auch dem russischen Seehandel mit China nichts mehr entge-gen. Aber freilich müssen die russischen Soldaten, Jäger, Kauf-leute und Befehlshaber in jenen Gegenden rechtlich und gebildethandeln lernen, sonst werden ste, von den Japanesen und Chinesenverabscheuet, keinen Zutritt in diesem Theile von Asien finden.Jene Barbaren haben bis jetzt die großen und guten Absichten ih-res Kaisers vereitelt, und strenge Gerechtigkeit, die Krusensternfordert, ist nöthig, um das Ansehen der Gesetze unter jenem ödenHimmelsstriche zu gründen. Das neueste Beispiel, wie verhaßtsich die Russen im östlichen Asien gemacht haben, enthält der off>» !cielle Bericht des Capitains, Ritters v. Krusenstern, über des Ea-pitains Golownin Reise zur Untersuchung der kurulischen In-sel» (s. d. A. G. Eph., Febr.'1814-. So greift die Krusenstern-sche Reise auf mehr als einer Seite in die Geschichte des russischen
Reichsein. Möge dieser edle, bescheidne, kenntnißvolle und er-fahrne Seemann noch lange für sein Vaterland wirksam bleiben.Von seinen Uterarischen Arbeiten, welche vorzüglich die nautischeGeographie bereichern, enthalten die A. G. Eph. mehrere Proben,