Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Kugel Kügelgen 467

unter denen wir den Aufsatz über Maldonado's vorgebliche Ent-deckungen einer nordwestl. Durchfahrt im I. 1Z88 , und sein Mä-moire sur uns cmrts cku cistroit cia is soncke er (ie tu rncke cks

Dstsvin anführen wollen. Sein neuestes Werk enthält: Wörter-sammlungcn aus den Sprachen einiger Völker des östlichen Asiensund der Nordwestküste von America. Petersb. igiZ- 68 S. in 4. Oll..

Kugel nennt man eine zu bekannte Körper-gestaltung, alsdaß sie noch einer Beschreibung bedürfte. Ihr körperlicher Inhaltverhält sich zu dem eines Cylinders, dessen Höhe und Durchmesserder Grundfläche ihrem Durchmesser selbst gleich ist, genau wie 2 zu3 , hingegen zu einem mathematischen Kegel desselben Maßes, wier zu r. Dieses Berhältnrß hat zuerst Archimedes gefunden und dar-gelegt. Es zeigt, daß die Kugel in Rücksicht ihres Inhaltes zwi-schen den beiden andern Körpern mitten inne steht, sie erhebt sichaber durch ihre Gestaltung als die vollkommenste über diese em-por. Nach jenem ist es wunderbar, daß die Natur auch dadurch,daß sie in ihren Bildungen von dem Eie des kleinsten Würmchensbis zu der Sonne, in deren Strahlen es sich wiegt, von dem klein-sten Tröpfchen des Thaues bis zum größten der Körper, die imWeltall rollen rc. in der mannichfaltigsten Verschiedenheit nach demIdeale der Kugelgestaltung strebt, die Mittelstraße beobachtet.Nach diesem ist es kein Wunder, wenn weise Männer des Alter-thums, wo man sich des Uebcrsinnlichen vermittelst dcrGegenständeder Sinnenwelt vorstellte, selbst die Gottheit als Kugel gedacht ha-ben, da sich die vollkommensten Erzeugnisse der vegetabilischen undthierischen Natur nach ihrer Gestalt gleichsam als Muster bilden.Eine unendliche Menge solcher Bemerkungen drängen sich uns auf,sobald wir auf unsrer Erdkugel, oder in der unermeßlichen Kugeldes Weltalls mit dem vollkommensten Werkzeuge unserer Sinne,dem Auge, das selbst eine Kugel ist, herumblicken. Erd- Him-mels- Stück- Kanonen- Kartätschen- Flinten- Giftkugel rc. s. an s.Orte.

Kugeldreieck heißt ein Dreieck, wenn es auf einer Kugel'beschrieben ist, daher die Seiten desselben nicht gerade, sondernkrumme Linien seyn müssen. Da unsere Erde auch eine Kugel ist,so müssen 3 Lerter auf derselben, die nicht in einer Richtung liegen,wie Dresden, Wien und Straßdurg, die Spitzen eines großen Ku-geldreiecks seyn.

Kügelgen, Gerhard von, Historien- und Portraitmaler,Mitgl. der Akadcmieen von St. Petersburg, Berlin und Dresden,und Karl von Kügelgen, Landschaftmaler, Mitgl. der Aka-demieen von St. Petersburg und Berlin, Awillingsbrüder, sindim I. 1772', den 6. Jan. zu Bacharach am Rhein geboren. Sieerhielten von ihren Eltern (der Vater war kurköllnscher Hofkam-merrakh) eine christlich fromme Erziehung. Beide zog schon in frü-her Jugend ein lebendiger Trieb zur Malerei hin; dieß und ihreseltene Aehnlichkeit im Aeußern, in der sich die Eltern oft selbstirrten, erregte Aufsehn. Aber die Malerei galt in jener Gegenduur als ein vornehmes Handwerk, und die berühmteren Meisterdieser Kunst standen im Rufe eines etwas liederlichen Lebens. KeinWunder also, daß der Vater der Zwillinge diese Kunst unter diewien zählte, welche dem Scelenheile seiner Söhne gar gefährlichwerden könnte. Sie mußten, daher ihrer Lieblingsneigung entfa-llen, und in einem matten Schulunterrichte zu einer wiffenschaftli-