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chen Bildung sich vorbereiten. Zwei Jahre, nachdem sie, 14 Jahrealt, in das Jesuiter-Gymnasium zu Bonn gebracht worden waren,starb ihr Mater. Jetzt gelang es dem ältern Zwilling Gerhard,von seiner Mutter die Erlaubniß zu erhalten, daß er sichderKunstganz widmen konnte. Ohne Unterricht, versuchte er sich mit Liebe,im Figurenzeichnen und Malen. Der Anfang berechtigte zu grö-ßer« Erwartungen, und der sehr geachtete Historienmaler Janua-rius Zick in Coblenz übernahm gegen ein jährliches Lehrgeld sei-nen Unterrricht. Ein halbes Jahr darauf erklärte der Zwillings-bruder Karl, daß er unmöglich etwas Anderes als sein Brudertreiben könne. Da er schon in der frühesten Jugend Häuser undBaume mit Lust gezeichnet hatte, wie sein Bruder Gesichtsbildun-gen, so ward er in Frankfurt am Main dem berühmten Landschaft-maler Schütz übergeben. Nach einer Uebung von kaum zwei Jah-ren copirte Gerhard die kleinen Bilder seines Meisters'so treu undcharakteristisch, daß man sie für Originale ansehen konnte; alleindie etwas eigen gesinnte Mad. Zick glaubte, dieß schade dem Vor-theile ihres Mannes, und es wurden zum Eopiren keine Origi-nale mehr verabfolgt. Damals lernten die Zwillinge auf einerLustreise nach Mainz den Historien- und Portraitmaler Eesel ausWürzburg kennen. Dieser freundlich gesinnte Mann übernahm ih-ren wettern Unterricht unentgeltlich. Aber nach einem halben Jahreschrieb ihnen die Mutter, da der ältere Bruder Joseph auf derUniversität Bonn erhalten werden müsse, so falle es ihr schwer,die Zwillinge in dem kostspieligen Studium der Malerkunst zu un-terstützen; sie möchten daher selbst auf Mittel zum Fortkommendenken. Beide beschlossen, an den Kurfürsten von Kölln, Maximi-lian, Erzherzog von Oesterreich, sich zu wenden. Gerhard maltezu diesem Endzwecke sein eigenes Bild in halber Figur mit einemBlatte in der Hand, auf welchem ein beflügelter Genius mit Pa-lette und Pinsel zu einer aus Wolken thronenden Minerva empor-strebt, von einer Bettlerin in Lumpen aber, von der Armuth, aneiner Kette zurückgehalten wird. Karl malte die Gegend von Würz-burg und die Stadt. Der Kammerpräsident Spiegel von Diesen-berg, ein wohlwollender Mann, mit offenem Sinne für alles Guteund Schöne, welcher die Zwillinge wegen ihres Schulfleißes undihrer guten Aufführung, als Vorsteher des Gymnasiums in lieb-reichem Andenken hatte, bahnte ihnen den Weg zum Kurfürsten.Dieser Fürst, ein jovialer Mann, unterhielt sich lange scherzhaftmit den Zwillingen, und ließ ihnen noch denselben Abend die Zusi-cherung ertheilen, daß sie eine Reiscpension von 200 Ducaten jähr-lich , drei Jahre lang in Rom beziehen sollten. — Den 4. Mai1791 traten die Brüder ihre Wanderung nach Rom an; durchDeutschland größtenthcils zu Fuße. Die reiche Schönheit der Na-tur in den Umgebungen Roms fesselte bald den Landschaftmaler so,daß ihm Las Copiren nach andern Meistern , nicht zweckmäßig schien-Den Historienmaler aber zogen die Jdealgestalten der Antiken unddas wundersam Rührende in Raphaels Gemälden so an, daß^erausschließlich nur dieses und jene nachzubilden bemüht war. »in-dem sich also keiner von den beiden Brüdern auf die Autoritäteines Meisters, oder einer Schule und Akademie stützte, war ihrkünstlerisches Streben frei, und in jedem entfaltete sich das Ei-genthümliche seines Genius. So ist in den landschaftlichen Dar-stellungen des jungem Bruders die üppige, oft sogar etwas über-