Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Kuh Kuhblattern 47z

dem, welche Gegenden der Krim darstellen, ist noch im Besitze die-ses ausgezeichneten Künstlers, von dem wir in einer künftigen Aus-, ,gäbe ein genaues Berzeichniß der einzelnen Werke desselben gebenzu können hoffen dürfen. 6».

Kuh (Ephraim Moses) wurde 17Z1 zu Breslau von jüdischenEltern geboren und zeigte schon frühzeitig ein ungemein starkes-Gedächtniß, eine große Lebhaftigkeit des Geistes und immer regeWißbegierde. In der Folge bestimmte ihn sein Vater, ein begü-terter Kaufmann, für die jüdische Gelehrsamkeit und das theolo-gische Studium des Mosaismus. Doch entsprach der Erfolg denErwartungen des Vaters keineswegs; denn obgleich der jungeEphraim jeden wissenschaftlichen Zweig des Judenthums mit selte-ner Begierde erlernte; so war doch niemand im Stande, ihm fürdie scholastische Dogmatik, kür die sophistischen Hypothesen, für dieerkünstelten Subtilitäten, kurz, für den langen Wust der jüdischenTheologie Geschmack beizubringen. Deswegen wollte ihn der Vaterdarauf zum Kaufmann bilden, und ließ ihm Unterricht in derfranzösischen, italienischen und englischen Sprache ertheilen. Durchdie Erlernung dieser Sprachen gewann der junge Kuh am EndeGeschmack an der Lectüre und mit ihr Kenntniß der neuern Lite-ratur und Poesie. Nach dem Tode seines Vaters ging er nachBerlin, wo er für eine bedeutende Besoldung als erster Commis indie Handlung seines Onkels trat. Hier war es, wo er sich durchseine Talente die Bekanntschaft und Freundschaft Mendelssohn'«Siamler's, Lessings nnd anderer berlinischer Gelehrten erwarb,durch deren Umgang jetzt auch sein poetisches Talent sich in ihm zuentwickeln begann. Da er, außer seinem bedeutenden Gehalte, einansehnliches Vermögen besaß, so hätte er, allem Ansehn nach, zuBerlin in angenehmern Verhältnissen leben müssen: aber eine zuweit getriebene Gutherzigkeit, die nicht allein dem Rothlcidendenmit Hülfe beisprang, sondern auch die Beute des listigen Betrügerswurde, verbunden mit einer an Verschwendung grenzenden Bücher-liebhaberei, hatten in wenigen Jahren sowol sein Vermögen alsseinen übrigen Erwerb, fast gänzlich erschöpft. Er verließ Berlin,durchreiste Holland, Frankreich, Italien, die Schweiz und Deutsch-land, und gerieth am Ende in eine so hülflose Lage, daß sich dieFamilie seiner annehmen und ihm ein Capital zu seinem Unter-halte aussetzen mußte. Eine Folge dieser unangenehmen Ereignisse,die er tief und schmerzlich fühlte, war eine gewisse Schwermuth,die nach und nach in wirklichen Wahnsinn ausartete, von der ernur durch die rastlose Thätigkeit eines geschickten Arztes gerettetwerden konnte. In den leichten Iwischenräumen, welche ihm indieser Periode des Wahnsinns übrig blieben, war es gerade, woseine besten Gedichte ihre Entstehung erhielten. Nach seiner Wie-derherstellung ward er 1786 durch einen Schlagfluß gelahmt undsogar der Sprache beraubt, worauf er endlich am 5 . April 1790 mitTode abging. So endete Kuh ein derWisienschaft und Philosophiegewidmetes Leben unter Umständen, die beweisen, daß auch oft denwürdigsten Menschen durch eine Kette sonderbarerZufälle ein Zchick-// »ubereitet werden kann, weiches sonst wol nur dem verwegen-- chkwichte zu Theil werden dürfte. Seine Gedichte erschienennach seinem Lobe unter dem Titel: Hinterlassene Gedichte vonEpyraim Moses Kuh. 2 Ltsie. Zürch 1792.

Knhblattern, eine bei den Kühen vorkommende Krankheit,