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Kinde einen in Honig getränkten Schwamm in den Mund. Mangab ihnen eine Klapper, oder auch einen Ball in die Hand, damitsie sich stets mit etwas beschäfftigen mußten. Um sie zur Eintra-gung des Hungers zu gewöhnen, bekamen sie nur immer sehr leichteund wenige Speise; hungerten sie zu heftig, so konnten sie etwasSpeise stehlen; nur mußten sie sich nicht dabei ertappen lassen, sonstwurden sie für ihre Unvorsichtigkeit sehr empfindlich bestraft.' Allezehn Lage mußten sie sich von den,Ephoren besichtigen lassen, undwer alsdann zu fett befunden wurde, der erhielt ebenfalls eineZüchtigung. Wein ward überhaupt in ganz Griechenland nur denMädchen versagt; den Knaben hingegen ward er schon von der frü-hesten Kindheit an gegeben. In Sparta wurden den Knaben dieHaare abgeschoren; und erst mit dem Etntritte in das männlicheAlter durften sie dieselben wachsen lassen.. Sie liefen die meisteZeit nackend, und waren gewöhnlich schmutzig, weil sie sich nichtwuschen und salbten, wie die übrigen Griechen. Sie setzten eineEhre darin, wenn ihre Körper mit blauen Flecken, Striemen undNarben bedeckt waren. Nur bei üblem Wetter trugen sie einenOberrock, und erst mit dem zwölften Jahre bekamen sie jährlich«in neues Oberkleid. Schuhe trugen sie auch bei der strengstenKälte nicht. Ihre Lagerstätte mußten sie sich vom Schilfe aus demFlusse Eurotas selbst bereiten. Unter ihren Jugendspielen zeichnetesich besonders eins aus, welches Lvosimokisnios hieß, und darinbestand, daß die Knaben Scherben" oder kleine flache Steine insWasser warfen, und die Sprünge derselben zählten. Dieses Spielist auch noch,unter unsern Kindern im Gebrauche. Auch unser heu-tiges Blindekuhspiel kannten sie, und nannten es MUnäs. DieKindheit der Spartaner dauerte bis ins siebente Jahr, und so langeblieben sie in dem Gynäceum unter der Aufsicht der Weiber. Vondieser Zeit an bis ins achtzehnte Jahr hießen sie Knaben (krotarn),von da an ins dreißigste LpULdoi (Jünglinge), und vom dreißigstenJahre an traten sie in den Stand der Männer und genossen dervollen Rechte' eines Bürgers. Wenn die Kinder in Sparta dassiebente Jahr erreicht hatten; so wurden sie der väterlichen Sorg-falt entzogen, und der öffentlichen anvertraut. Hier wurden siesämmtlich nach einem gewissen Plane erzogen, und erhielten durch-aus ohne Unterschied des Standes und Vermögens eine und eben-dieselbe. Wer seinen Sohn der öffentlichen Erziehung nicht anver-trauen wollte, wurde seines Bürgerrechts für verlustig, erklärt.Der wichtigste Gegenstand der physischen Erziehung während desKnaben- und Jünglingsalters war die Ausbildung des Körpers(Gymnastik), welche durch Laufen, Springen, Jagen, Werfe»des Discus, Ringen., den Faustkampf und das Pancratium, eineaus dem Ringen und Faustkampse zusammengesetzte Uebung, bewirktwurde. Diese Uebungen geschahen in besondern Gebäuden, welch«Gymnasien hießen, und Zwar nackend. Außer der Gymnastik ge-hörte auch noch zur physischen Bildung die Lactik und Or ehe-st ik. Jene begriff den Unterricht in allen zum Kriege nöthige»körperlichen Fertigkeiten, letztere den Unterricht in der LanMnst-Jn diesem Unterrichte war gewissermaßen die jährliche Geißelungam Fesre der Diana Orthia (Dr am ästig vsis ) , welche dari»bestand, daß die Knaben vor dem Altar dieser Göttin, in Gegen-wart einer großen Menge von Zuschauern, gegeißelt wurden, -uwAbsicht dieses Gebrauchs war unstreitig, daß die Knaben sich dadurq