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gegen körperlichen Schmerz abhärten sollten. Diese Geißelung warso heftig, daß nicht nur der Altar mit Blut bespritzt wurde, son-dern daß auch manche dabei ihr Leben einbüßten. Die dabeistehendePriesterin hielt ein kleines, sehr leichtes hölzernes Dianenbild inden Handen. Bemerkte sie nun, daß dieser oder jener Knabe, ge-schont wurde, so rief sie, daß sie das Bild vor Schwere nicht mehrtragen könne, worauf alsdann sogleich die Schläge verdoppelt wur-den. Die Eltern, welche daneben standen, riefen ihren Söhnenunaufhörlich Muth zu; ja, diese stritten selbst um den Borzug, werdie Prüfung mit der größten Standhaftigkeit ertragen könnte. Wernur die geringste Klage ausstieß, verlor den Sieg und ward be-schimpft; wer aber mit ruhiger Stirn den Quaalen trotzte, wurdegekrönt und erhielt die Lobpreisungen der ganzen Stadt. Wer un-ter den Streichen sein Leben aushauchte, erhielt zum ewigen An-denken des erlangten Ruhms eine Statüe. Nach einigen soll dieserGebrauch schon vom Lykurg, nach andern aber erst von der Zeit derSchlacht bei Platäa herrühren. Um nun auch die Jugend zur List,zur Wachsamkeit und Behendigkeit zu gewöhnen, gestattete man ihrgewissermaßen das Stehlen, d. h. man erlaubte denen, die hungrigwaren, Lebensmittel von geringem Werthe zu stehlen. Ließen siesich dabei ertappen; so wurden sie entweder gegeißelt, oder manließ sie hungern, oder man bestrafte sie auch dadurch, daß sie selbstum einen Altar herumtanzen und Spottlieder gegen sich selbst ab-singen mußten. Die Furcht vor der Schande, bei einem solchen leich-ten Diebstahle entdeckt zu werden, bewirkte oft die außerordentlich-sten Handlungen. So erzählt man von einem Knaben, der einenjungen Fuchs gestohlen und diesen unter sein Unterkleid verborgenhatte, daß ihm von demselben der Leib und selbst die Eingeweidezerbissen worden wären, ohne daß er durch den wüthenden Schmerzsich hätte bewegen lassen, den Fuchs hervorzuziehen und seinen Dieb-stahl bekannt zu machen. Uebrigens wurde das Schwimmen füreine unerläßliche Eigenschaft eines Spartaners angesehen; daherPflegte man von einem ganz unbrauchbaren Menschen zu sagen: ,,Erkann nicht einmal schwimmen." Einen sehr großen Einfluß aufdie moralische Bildung der Jugend schrieben die Griechen der Mu-sik zu. Sie war ein wesentlicher Theil der Erziehung, und deswe-gen bekam auch alles, was sich auf die moralische Bildung bezog,den Namen Musik. Man konnte in allen Wissenschaften unerfah-ren seyn, ohne daß es jemandem zur Schande gereichte; aber dieMusik nicht zu verstehen, war schimpflich. Auch die Malerei sahman als ein Hülfsmittel bei der Erziehung an; und um die ZeitenPhilipps von Macedonien kam es auf, daß alle freigeborenen Kin-der in ganz Griechenland sich dieser Kunst befleißigen mußten. Be-sonders aber war die Bescheidenheit ein Gegenstand des Unterrichtsder den Spartanern. Auf der Straße mußten die Knaben dieHände in den Mantel stecken, und mit langsamen Schritten undniedergeschlagenen Augen einhergehen; im Reden sich aber der äu-ßersten Kürze befleißigen. Die Spartaner waren übrigens unterallen Griechen die einzigen, welche die Wissenschaften geflissentlichverachteten und ganz aus der Erziehung der Jugend hinwegkießen..ähre ganze Wissenschaft war, den Befehlen ihrer Vorgesetzten zugehorchen, alle mögliche Beschwerden zu ertragen und im Kriegezu siegen und zu sterben. Was nun endlich die politische Erziehungver den Spartanern, so wir überhaupt bei allen Griechen, betraf;
Conv. tex. (N. Anst.) V. ZZ