Zr4 Lagerkunst Lairesse
Ireffcu, gelesen hat, und nicht blos Leser ist, die übrigen entbeh-ren kann; daher ihr Publicum schon nicht mehr so groß als ehe-mals ist; wozu wol auch der Umstand beitragt, baß viele seineraus der bürgerlichen Wirklichkeit genommene Charaktere nun zu al-tern anfangen, weil sie in eine frühere Zeit gehören, oder weildie Peberspanntheit der Empfindung zur Ehre unserer Zeit undunserer Nation dem kräftigern Thatentriebe weicht. Uebigens scheintLafontaines Individualität mit seinen Schriften in einem seltsa-men Kontraste zu stehen; denn man findet an dem launigen undjovialunterhaltenden Gesellschafter schwerlich eine Spur von der inseinen Romanen herrschenden Empfindsamkeit. Um so mehr istseine Biederkeit geachtet, und von allen, die ihn kennen, an-erkannt.
Lagerkunst, s. Krieg und Castrameation.
Lagunen machen denjenigen Theil der Küste am adriati-schen Meere aus, den dasselbe durch Einreißung eines vou derNatur gemachten Dammes durchbrochen und überschwemmt hat,woraus hernach viele kleine Inseln und Seen entständen sind.Venedig selbst ist auf sechzig solcher Inseln erbauet worden. DieSeen selbst, welche vorzugsweise Lagunen heißen, schwellen bei ei-nem hohen Stande des Mondes außerordentlich an, werden aberauch zuweilen so seicht, daß sie durch ihre unangenehme Ausdün-stung der Gesundheit gefährlich werden. S. Wenedig.
Laien werden in der katholischen Kirche die Weltlichen, imGegensatze gegen die Clerikcr oder Geistlichen genannt. Unter denProtestanten, wo die Geistlichen nicht durch eine so scharfgezogeneGrenze, wie bei den Catholiken, von den Weltlichen geschiedensind, braucht man dieses Wort nicht leicht in seiner eigentlichenBedeutung. Da im Mittelalter die Geistlichen die einzigen Ge-lehrten waren, so bedeutet Laie oft so viel als einen Ungelehrten.Daher kömmt es, daß man sich dieses Worts noch bedient, um ei-uen einer Sache Unkundige» zu bezeichnen; denn Laie in einerWissenschaft «der Kunst seyn, heißt so viel, als einer Wissenschaftoder Kunst unkundig seyn.
Lairesse (Gärard de), Maler und Kupferstecher, wurde2640 zu Lüttich geboren und starb 1711 zu Amsterdam. Musikund Dichtkunst machten abwechselnd seine Erholung, die Malereihingegen seine eigentliche Beschäfftigung aus. Sein Vater unter-richtete ihn im Zeichnen, und schon im fünfzehnten Jahre war derjunge Lairesse im Stande, sich vom Portraitmalen zu' nähren.Mit Leichtigkeit verdiente er Geld, brachte es aber mit Leichtig-keit wieder durch. Die Liebe machte das Glück, aber auch dieQualen seiner Jugend, denn einstens wäre er bald von einer Ge-liebten, die er verlassen hatte, umgebracht worden. Da er iwJahre >6go blind geworden war, drctirte er einem andern seinWerk über die Maler in die Feder, welches von Janscn(Paris 1787. 2 Vol. 111-400) ins Französische übersetzt worden ist.Den poetischen Theil der Malerei verstand Lairesse vollkommen-feine Gedanken sind reizend, erhaben; er erfand mit Leichtigkeitund zeichnete sich besonders in großen, zusammengesetzten Gemäl-den aus. In den Werken seiner Ration hatte er jene Wahrheitdes Kolorits und jenen Reiz der Ausführung geschöpft, durchwelche sich die niederländische Schule so sehr zu ihrem Vortheileauszeichnet; aber er übertraf jene Werke durch die Genauigkeit