57" Landwirthschaft Länge
empirische ein. Da die Ausübung der Landwirthschaft nicht nachWillkühr geschehen darf, so ist nach und nach auch ein Landvirth-schaftsrccht entstanden. Dieses besteht, allgemein genommen, i,dem Inbegriffe der Rechte und Verbindlichkeiten oder RechtswahnHeiken, die einen unmittelbaren oder mittelbaren Einfluß auf dieLandwirtbschaftsführung haben. Die Gegenstände sind daher vongroßem Umfange, und sofern dasselbe die verschiedenen Arten »istRechte der Landgüter, die Verhältnisse der Gutsherren und derBauern, die besondern Rechte und Privilegien derselben, die Ge-richts- und Polizeiverfaffung auf den Dörfern, die mit der Land.wirthschaft in engerer Verbindung stehenden Contracte rc. betrifft,greift das Lekonomierecht in verschiedene Haupt- und Nebcntheileder Rechtswissenschaften, namentlich in das römische und. deutschePrivatrecht, in das Dorf- und Bauernrecht, in das Cameral- undPolizeirecht ein. X.
Länge (geographische) bezeichnet denjenigen Bogen des Aequa-tor§, welcher zwischen einem angenommenen Anfangspunkte dessel-ben und dem Mittagskreise des Orts enthalten ist. Dieser Bogenwird durch Grade, Minuten und Secunden des Aequators ausge-drückt, welche von dem genommenen Anfangspuncte desselben im-mer weiter gegen Morgen zu gerechnet werden; daher die Länge ei,nes Orts gegen 365 Grade betragen kann. Ein solcher Anfangs-punct, von welchem man nämlich beginnt, die Entfernung derLer-ter unter einander von Osten nach Westen, oder umgekehrt, zu be-rechnen, ist gleichgültig, und kann von jedem beliebigen Orte ge-nommen werden. Gewöhnlich wird er aber so bestimmt, daß, vonihm an gerechnet, die pariser Sternwarte geradeso Grad entferntist, das heißt, so daß die pariser Sternwarte gerade 20 GradLänge beträgt Der Kreis nun, welcher vermittelst des Mittags-kreises durch jenen angenommenen Punct von Norden zum Aequo-tor gezogen wird, heißt, weil man von ihm zu zählen anfängt,der erste M i t ta g s kr e i s oder der Meridian, (s. d. Art.).Die Lange oder die Bestimmung, wie weit ein Ort voo dem an-dern von Osten nach Westen entfernt ist, ist neben der Breite oderder Bestimmung, wie weit der Ort vom Aequator absteht, zurAuffindung der wahren Lage eines Orts auf der Erde unumgäng-lich nothwendig und auf sie gründet sich die Erdbeschreibung unddie Verzeichnung der Landkarten. Ob nun gleich die größten Mo-nomen zu allen Zeiten und in allen cultivirten Ländern der Erdevon jeher unablässig bemüht gewesen sind, die Methoden zu ver-vollkommnen, nach welchen die Längen zu finden sind; so hat eidamit immer noch seine unübersteiglichen Schwierigkeiten gehabt.Die Aufgabe ist nämlich folgende. Da die Sonne durch ihre schein-bare tägliche Bewegung von Osten nach Westen einen Kreis umdie Erde beschreibt und hierbei also die Oerter, welche nach Mar-gen liegen, eher berührt, als die Oerter, welche nach Abend lie-gen; so giebt der Unterschied der Zeit, um welche der Mittag ei-nes Orts (das heißt der Augenblick, in welchem die Sonne rn"Scheitelpuncte am nächsten steht) früher einfällt, als an einemandern Orte, der weiter nach Abend liegt, den Unterschied derEntfernung des einen Orts von dem andern an. Wenn man z».weiß, daß an dem einen Orte die Sonne den höchsten Standpnnclam Himmel eine Stunde früher erreicht, als an dem andern; 1°kann man danach berechnen, wie weit von Osten bis nach WeM