Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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578 Lavpland Laren

Reichthum besteht in Rennthiere». Ob man gleich Kirchen undSchulen errichtet und verschiedene Bücher in lappländischer Spra-che hat drucken lassen; so bleiben die Einwohner doch noch hinund wieder der Abgötterei zugethan. Im Sommer sind die Tageso lang, daß auch in der Nacht die Sonne nicht untergeht, imWinter hingegen sehr kurz. Dann werden die Nächte aber theilsvom Schnee, vom Monde und von den Sternen, theile von demsogenannten Nordlichte so sehr erleuchtet, daß man ohne Licht se-hen kann.

Laren (Dnrsx), Kinder der Lara (Larunda) und des Mercur,waren die Hausgötter der Römer. Eigentlich verstanden diese wslunter Laren dasselbe, was die Griechen Heroen nannten, das heißt,vergötterte Mensche», die Manen verstorbener frommer Freundeund Verwandten. Man kann die Laren überhaupt mit zu denGenien rechnen. Außer ihrer besondern Bestimmung als Haus-götter, standen sie auch den Straßen, Wegen, Feldern, ja wol gan-zen Städten u. s. w. vor. Man hatte daher bmres viales, com-xivales, pnblioi, ckoiiiestioi, praesiites, t'amiliare-s, Militäres,marin,, rnstioi u. a. m. Sie waren erblich, so, daß jede Fa-milie die ihrigen stets behielt. Man bildete sie in Knabengestaltvon Wachs, mit einem Hunvesfelle umhängen, ab, und stellte sieso um den Heerd des Hauses her, weswegen sie auch kooo-ruirr und ckil lntLrini (weil die Heerde von Ziegeln gemauert wa-ren; hießen. Mit den Penaten wurden sie häufig verwechselt, wa-ren aber dadurch von diesen verschieden, daßdiestaren menschlichen,die Planeten hingegen göttlichen Ursprungs waren, und daß letzterebloß in dem innersten Theile des Hauses verehrt wurden, die La-ren aber auch, wie schon oben angemerkt worden , auf öffent-licher Straße u. s. w. aufgestellt waren. Die Laren, welche oft,zum Beweise.ihrer schützenden Macht, einen Hund neben sich hat-ten, wurden sehr sorgfältig von den Römern verehrt. Täglich goßman etwas Wein vor ihnen aus, zündete Weihrauch an und ver-brannte einiges Gctraide vor ihnen. Auch von den Speisen setzteman ihnen in einer hölzernen Schüssel (paielln) etwas auf denHeerd und verbrannte es. Am ersten Mai steckte man vor ihnengrüne frische Blumenkränze auf; auch hing man ihnen zu Ehrenin dem, ihnen heiligen Eamin einen größcrn Kranz auf. AU Fest-tagen , auch bei Hochzeitfestcn u. s. w. zierte man sie noch außer-dem mit Kränze» von Blumen und opferte ihnen mehr Weihrauchwie gewöhnlich. Man brachte ihnen auch die Erstlinge der Früchte,dann und wann ein Schwein, Lamm oder Kalb, und zu gewissenZeiten auch Honig, Kuchen und Weintrauben dar. Kam der Haus-vater von einer Reise zurück; so begrüßte er zuerst die Laren undopferte ihnen. Wer ei» neues Haus bezog, nahm sie mit undbrachte ihnen alsdann ein Opfers Ihre öffentlichen Feste hießen(loinpirslis. Außer den verschiedenen Arten Laren, welche wirbereits oben angeführt haben, gab es noch I-arss bosnlii, welchenman opferte, weil man glaubte, daß sie die Feinde abzuhaltenVermöchten; l-sres grmrclulss, welchen man opferte, weil sie dieFruchtbarkeit der Schweine befördern sollten. AIs nämlich die Hir-ten dem Romulus und Remus die Herrschaft ihres kleinen Staatsübergeben hatten, warf eine Sau dreißig Junge auf einmal. ZumAndenken dieses Wunders widmeten sie diesen Laren einen Tempel;endlich waren auch noch guorauatnlam vorhanden, die