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des Nemours studiren. Die Vorstellung begann, und die gegensei-tige Eifersucht brachte eine solche bewunderungswürdige Nacheise-rung und eine solche hinreißende lebendige Wahrheit in die Dar-stellung beider Schauspieler, daß das entzückte Publicum vor Wonneerbebte und, unter Erbietung des doppelten Logegeldes, eine Wie-derholung der Vorstellung verlangte, zu welcher aber Lekain aufkeine Weise zu bewegen war. Roch in unsern Tagen erinnert mansich zu Lyon des Aufsehens, welches diese merkwürdige Vorstellung da-mals gemacht hat.
Laroche (Marie Sophie) ward am 6. Dec. 17?-, zu Kaufbeu-ren geboren, wo ihr Vater, der Arzt Gutermann, damals lebte,sich nachher aber als erster Stadtphysicus nach Augsburg begab.Im achtzehnten Jahre mit dem sächsischen Leibarzt Bianconi ver-lobt, der viel für ihre Bildung gethan hatte, brach sie mit ihm,weil er sie nur als Katholikin heirathen wollte, und vermähltesich mit dem kurtrierschen Kanzler und Staatsrath von Laroche,von welchem sie jedoch, nach einer unglücklichen Ehe von einigenJahren, wiederum geschieden wurde. Seitdem lebte sie auf Reisen,oder zu Speyer, Offenbach, Frankfurt am Main und Schönebeck imMagLeburgischcn. Die 1771 von Wieland, den sie bereits vor ihrerVerheirathung mit Laroche geliebt hatte, herausgegebene Geschichtedes Frauleins von Sternheim, eröffnete ihr die schriftstellerischeLaufbahn, welche sie mit Melusinens Sommerabende be-schloß; eine würdige Laufbahn, auf welcher sie, mehrere Romaneungerechnet, durch die Briefe an Nosalie und an Lina, sowie durch ihre moralischen Erzählungen und andere Schrif-ten , vorzüglich ihrem Geschlechte sehr nützlich geworden ist. Wie-land blieb ihr steter Freund und Rathzcber bei allen Borfällen ih-res nicht ganz glücklichen Lebens. Sie starb am 18. Febr. 1807 zuOffenbach am Main im sieben und siebenzigsten Jahre.
Larva (in der Archäologie) bedeutete ursprünglich einen Geist,«in Gespenst, besonders ein schädliches; dann aber auch das Skeleteines Todten, oder eine Abbildung davon, dergleichen man, nachArt der Aegyptier, bei Gastmählern ins Zimmer zu bringen pflegte,um die Gaste an das Leben und an den frohen Genuß desselben zuerinnern. Endlich bedeutete Larva auch eine Maske oder Larve.Diese Masken wurden bei Prozessionen, Einweihungen in die Or-gien des Bacchus und besonders auf dem Theater gebraucht. Aufdem letzteren entstanden sie, indem die Schauspieler das mit Wein-hefen bemalte Gesicht der Possenreißer, welche das Ernte- und Wein-fest verherrlichten, künstlich durch eine eben so gemalte Maske nach-zuahmen suchten.
Larve (in der-Naturgeschichte) ist der Name, welchen alle derVerwandlung unterworfene Jnsecten in der ersten Lebensperiode,also gleich nach ihrer Entwickelung aus dem Eie, führen. (S.Insect.)
Lascy (Feldmarschall Graf), 1724 aus einem der edeln Ge-schlechter entsprossen, welche einst Wilhelm dem Eroberer nach Eng-land gefolgt waren, diente zuerst als Hauptmann und Volontär indem Succeffionskriege der Marie Theresie, und zog durch die un-gemeine Thätigkeit, mit welcher er dem Feinde, zu schaden bemühtwar, die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich, so daß selbst Friedrichder Große einmal in der Folge seinen Generalen schrieb, sie könntensich ruhig verhalten, während Lascy in Wien sey, sollten aber um