S8r Lascy Laster
desto aufmerksamer bei seiner Rückkehr seyn, well er sicher einenneuen Angriffsplan ausgeschmiedet hätte. Seinen »»gemeinen.Kricgs-kenntniffeu hatte es Lascy zu verdanken, daß er schon im neunund dreißigsten Jahre zum Feldmarschall ernannt wurde. Als sol-cher wurde ihm die Ehre zu Theil, den Plan entworfen zu haben,durch dessen Ausführung Friedrich II. bei Hochkirch in seinem La-ger überfallen und geschlagen wurde und 100 Kanonen verlor. Nachdem siebenjährigen Kriege ward er, damit man den möglichst größ-ten Gewinn von seinen Talenten ziehen möchte, zum Präsidentendes Hofkriegsraths ernannt, und als solcher brachte er in diesenZweig der öffentlichen Kriegsverwaltung eine Einheit, eine Leben-digkeit und Thätigkeit, von welchen man bis dahin noch keinen Be-griff gehabt hatte. Er war die veranlassende Ursache, daß, obgleichnicht schon nach dem siebenjährigen Kriege, doch wenigstens nachdem teschner Frieden zuPleß, bei Nachod an der schlesischen Gränze,eine Festung angelegt wurde , und diese Festung wurde Joscphstadtgenannt. Im Innern derselben ließ Kaiser Joseph LaScy's Lild-niß mit der paffenden Inschrift: Oe ruris5inise srois Inil-'I-Uläse«onsili» «t looo , und ein gleiches im Saale des Hofkriegsrathszu Wien, mit der Inschrift: c^>U Uolli sogus so psois srlik>u5
xeril-us, illis viircero, bis pstrisrn, iirviotsnr recillsro doouii,
Luv smioo xosnir, aufstellen. Im I. 1788 stellte sich der Feld-rnarschall Lascy zum lctztenmale an die Spitze der österreichischenArmeen, und zwar nicht als Befehlshaber, sondern nur als Lieute-nant des Kaisers. Die Eroberung Sabac's war eine Folge seineskräftigen Einwirksns aus die Operation gegen diese Festung. Die-ser große Krieger überlebte seinen Kaiser zwölf Jahre, und starbam 3 o, Nov. 1801 in seinem sieben und siebenzigsten Jahrs.
Last, als Kornmaaß im Norden, enthält 60 Scheffel. Es be-deutet auch das größte Schiffsgewicht, Zc> bis 48 Centner enthal-tend ; gleichfalls ein anderes Schisssmaaß, nach welchem die Hollän-der rechnen, und wo eine Last r Tonnen beträgt. Uebrigcns istdie Last, in Betreff ihres Gewichts, sehr, verschieden, und wird bei-nahe an jedem großen Handelsorte anders berechnet.
Laster (in der Moral) ist eine Fertigkeit, dem erkannten mo-ralischen Gesetze willkührlich entgegen zu handeln. Der Mensch wirdzwar nicht lasterhaft geboren: da er aber auf der einen Seite einSinnenwesen ist, so hat er in der ersten Zeit seines Daseyns, ^woseine Vernunft noch nicht die gehörige Reife erlangt hat, einenHang, seine sinnlichen Neigungen und Begierden ohne Unterschiedzu befriedigen. Seine Triebe sind hier sein einziges Gesetz. So-bald ihm aber in der Folge die Vernunft das Sittengesetz ankün-digt, und unbedingt von ihm fordert, alle seine Neigungen diesemGesetze zu unterwerfen; so entsteht zwischen den Forderungen desGesetzes und dem Hange der sinnlichen Neigungen ein Kampf, shneweitere Untersuchung, ob die Befriedigung der letzter» sittlicherWeise geschehen könne, oder nicht. Ist nun der Kampf so, stark,daß der Mensch alle Anforderungen des Gesetzes von sich zurückwei-set, und dieses gegen die Neigung nichts ausrichten kann, sonderndadurch vielmehr dasselbe hintenangesetzt und der Neigung die Ober-hand zugestanden wird; so kehrt der Mensch die moralische Ordnungum. Im Falle nun durch öftere Wiederholung diese Handlungs-weise bei ihm zu einer solchen Fertigkeit wird, daß er sich in allenvorkommenden Fällen darnach bestimmt; so wird man ihn im ci-