Lateiner Lateran' 58Z
nitern an, und diese riefen die Römer zu Hülfe. Dadurch entstandeine Zwietracht zwischen Rom und Latium, in welcher letzteres end-lich sogar forderte, Rom sollte den einen Consul und die Hälfte desSenats aus den Lateinern erwählen. Dieses an sich sehr billige Be-gehren ward von dem römischen Stolze mit Muth und Entschlossen-heit verworfen. In dem nun entstandenen Kriege gegen den tap-fersten und furchtbarsten Feind, konnten die Römer nur mit deräußersten Anstrengung den Lieg erfechten: Latium kam nun untergänzliche, unmittelbare Bothmäßigkcit der Römer. Späterhin, alsdie Römer beinahe schon die Herrschaft der Welt erlangt hatten,machten die Lateiner durch ihre Theilnahme an dem Bundesgcnossen-kriege (im I. Roms 66Z) einen nochmaligen Versuch, ihre Freiheitwiederzuerlangen, welches ihnen wenigstens in so fern gelang, alsihnen von den Römern manche ihrer verlorenen Vorrechte wiedereingeräumt wurden. — Die lateinische Sprache ist in Be-treff ihres Ursprungs sehr dunkel: der Mangel an schriftlichen Nach-richten , so wie überhaupt auch der Umstand, daß die früheren Be-wohner Roms nicht im Stande waren, über die Abstammung ihrerSprache philosophische Untersuchungen anzustellen, machen jenen Ur-sprung durchaus ungewiß. So' viel scheint gewiß zu seyn, daßschon in den ältesten Zeiten eine allgemeine, nur durch Dialekte ver-schiedene Sprache in Italien geherrscht hat, von der die lateinischeSprache gerade ein solcher Dialekt gewesen seyn mag, welcher vonder dort ebenfalls herrschenden griechischen Sprache, welche die ein-gewandcrten griechischen Colonieen eingeführt hatten, Regeln und Ge-setze annahm. Auch bei ihrer nachmaligen Ausdehnung über ganzItalien und über die eroberten Provinzen, blieb die lateinischeSprache immer noch vielen Veränderungen unterworfen, weil es ihrsowol an gelehrten Sprachforschern, wie an vaterländischen Schrift-stellern fehlte. Größere Ausbildung und Festigkeit, überhaupt einegänzliche Veränderung, erhielt sie, als die Römer mit den Griechenbekannt wurden. Daher verstand man schon zu den Zeiten des Ci-cero und Quinctilian die alten heiligen Gesänge der Salier nichtmehr. Spuren von der alten lateinischen Sprache findet man nochin den Gesetzen der zwölf Tafeln, in den Fragmenten der ältestenDichter und selbst in den Komödien des Plautus. Vom zweitenpunischen Kriege bis auf den Tod des Augustus rechnet man dasgoldene; von da bis auf den Tod Lrajans das silberne; bisauf die Zerstörung Roms durch die Gothen das eherne, und biszur Wiederherstellung der Wissenschaften im röten Jahrhunderte daseiserne Zeitalter der lateinischen Sprache.
Lateran heißt ein Platz in Rom von der altrömischen latera-nischen Familie, welcher er mit seinen Gebäuden bis auf die ZeitenNeros gehörte. Dieser Kaiser ließ den letzten Besitzer Plautius La-teranus hinrichten und eignete sich seine Güter zu, wodurch der la-konische Pallast ein kaiserliches Eigenthum und von Constantin d.Er. den Päpsten geschenkt wurde, denen er lange Zeit zur Woh-nung diente. Die von Constantin an diesem Pallaste erbaute Kir-che des heil. Johannes vom Lateran ist die bischöfflichedes Papstes und die Hauptkirche in Rom, daher die Inschrift überihrer Hauptthüre: ornnikiia urkiis ei c>ri>is ecclesiaruar rasiereb esxar. Ihr hohes Alterthum, das Andenken von II Kirchenver-sammiungen, die in ihr gehalten worden find, die seltnen Reliquien,die sie aufbewahrt und ihr prächtiger Bau machen sie vor andern