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Fünfter Band. Von I bis L.
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Laura

Lausanne

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von Noves. Geboren ward sie zu Avignon um 1807, und ver-mählt 15-4 mit Hugo von Sade- Am 6. April 1827 erblickte siein der Kirche zur heil. Clara bei einem Morgengebete ein schöner-Zjähriaer Jüngling, der eben von der Universität Bologna zu-rückgekommen war. Dieß war der nachmals so berühmte Pe-trarcha. Erblicken die Herrliche und sie mit der höchsten Begei-sterung lieben, war eins bei ihm. Da sie schon vermahlt war,konnte sie die Seinige nicht werden; wol aber durfte er sie, nachdem Geiste jener Zeit., laut feiern als die Geliebte feines Her-zens, Seine Liebe war entzückte Begeisterung und platonischeSchwärmerei Madonna Laura mag auch seiner Feier werth ge-wesen seyn; denn, obgleich die Blüthe ihrer Schönheit bald durchKrankheiten und Enbindungen ihren Schimmer verloren hatte, soblieb doch ihre Anmuth, so stieg doch ihre Geistes - und Herzens-bildung. Petrarcha's Schriften sind voll von dem Lobe diesengeistreichen und liebenswürdigen Frau; mit entzückten Lobe preiseter ihre himmlisch lieblichen Augen, ihren sanfte« Blick, ihrenMund voll Perlen und Rosen, ihr Engelslächeln, ihre süße Rede,ihre blonden Locken, ihre schönen Thränen und zarten Seufzer,ihre unbeschreibliche Anmuth, ihre majestätische Haltung, ihr fastübermenschliches Wesen. Eine sinnige Miene war verbunden miteiner heitern Seele, großer Verstand mit reinem Herzen, Fruchtdes Alters mit Blüthe der Jugend; und bei allen ihren Vorzü-gen war sie bescheiden, nicht irdisch, sondern himmlisch gesinnt.Darum glaubte er bei ihrem Anschauen Göttliches zu sehn. Siewar ihm ein Ideal der Schönheit sowol, als der Lugend Darumwandelte ihm ihre Nahe, die er nicht oft genoß, die Erde in hinParadies; darum veredelte seine Liebe sein Herz zu seindmIdeale. Sie benahm sich äußerst fein gegen ihn. Liebreich, wolltesie den guten Schwärmer, der sie feierte, nicht niederschlagen;aber auch ihrer Lugend nichts vergeben. Seine Flamme wußtesie zu mäßigen durch ihre Blicke und durch schüchterne Zurückhal-tung; seine Schwermuth aber wieder durch einen freundlichenBlick zu verscheuchen. Am '6. April i3q,8 ward sie von der Pesthingerafft. (Ihr Grabmal hat die französische Revolution oer-stört.) Petrarcha war fast untröstlich über das Hinscheiden derGöttlichen, und wie er sie im Leben an ao Jahre gefeiert hatte,so auch 20 Jahre nach ihrem Tode, ha er sie wieder aus neueWeise besang. Unter seinen vielen Sonetten und Eanzsnen aufLaura sind manche vortrefflich, so wie auch das, was sich in seinemtrionko äsl rnorte (wo wir, so wie, in seinen lateinischen Briefen,Aufschlüsse über ihr Verhältniß zu ihm erhalten) aus sie bezieht.Seine süßen wshllaulsvollen Lieder auf Laura sind immer schönfür jeden, der Sinn hat für zarte Liebe. Laura hat darum zu-fällig großes Verdienst um die Bildung der italienischen Spracheund Poesie, denn ohne sie hätte Petrarcha nur lateinisch gedichtet.

Lausanne, eine angenehme Stadt auf drei'Hügeln , imWatlande cke Vauci) in der Schweiz, eine halbe Stunde

vorn Genfersee, hat seit 1536 ein Gymnasium, welches 1806 zueinem akademischen Institute mit 14 Professoren und einem Rec-tor erhoben ist, und zählt izoo Häuser und wenigstens über8oon Einwohner. Die ehemaligen hiesigen Gold- und Silber-arbeiter. so wie die vielen Buchdruckereien, haben in der letztenZeit bedeutend abgenommen; auch besitzt dir Stadt einigen Han-

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