Läuterung
Lavater
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me« welchem -a« Dorf liegt, ist von tausend Fuß hohen, senkrechten
den. ! Felsen begrenzt, und im Hintergründe von den ewige» Gchoeegcbir-Gil, gen eingeschlossen. Von einer dieser Fclsenwände stürzt sich der
und Staubbach herunter, und zerstäubt schon (daher der Name), nach-dem dem er Zoo Fuß gefallen ist. Da das Dorf nur - 5 oo Fuß über
für . der Meeresfläche liegt, so ist daselbst noch eine vortreffliche Vegeta-daß - tir» vorhanden.
chei, ! Läuterung (in der Rechtswissenschaft) besteht darin, daßden " man über ein dunkles oder unbilliges Urtheil Beschwerde führt, miteren Bitte, der Richter wolle solches ändern oder erklären. Zuweilen
ein fügt man die Appellation (s. d. Art.) sogleich bei, auf den Fall,
stets wo etwa der Richter jene Bitte nicht gestatten würde. Nach säch-
wgs fischen Rechten muß jedoch eine solche Läuterung innerhalb zehn La-tsche gen geschehen, d. h. ehe das vom Richter ausgesprochene Urtheil
bge- rechtskräftig wird. In dem sächsischen Appellationsgerichte zu Dres-
da> den ist außer der ersten Läuterung noch eine Oberläute-
niz- ! rung zugelassen.
Lava, s. Bulcan.
wen Lavater (Johann Kaspar) ragt unter den Männern, die in
und der Culturgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts Epoche machen,
ier» noch mehr durch das, was er war, als durch das, was er leistete,
ge- hervor. Er wurde den rSten Rov. 1741 zu Zürich geboren, wo
ige- sein Vater als Arzt und rechtlicher Bürger in Achtung stand. Die
tiel Mutter, eine lebhafte Frau von gutem Verstände und starken Lei-nte denschaften, hielt das ohnehin mehr zarte als kräftige Naturell des
net jungen Joh. Kaspar durch launenhafte Strenge nieder, und er
n), wurde unter ihrer Ruthe ein weinerlicher, furchtsamer Knabe, der
bei blöde unter seinen Gespielen, ungelehrig in der Schule, am behag-st»- lichsten in stillen Träumereien, mit denen es immer auf geheime
ieß Wirkungen ,ns Große hinauslief, und im einsamen Spiel mit al-
es- lerlei Wachspüppchen, die er sich selbst gestaltete, Anlagen der Phan-
mit taste und des Bildungstriebes, doch sonst nichts Bedeutendes ver-eist rieth. Dabei nahm sein' hälfesuchendes Herz früh die Richtung
chs auf Gott; Bibellesen und Gebet wurden ihm Bedürfniß, und schon
er- als Schüler der untern Gymnasialclassen singen seine Erfahrungen
nt- von der Erhörung seiner bestimmtesten Bittgebete an, womit es
ute meist sehr natürlich zuging. Merklicher gedieh die Entwickelungine seines Geistes in den höheren. Classen, wo er Breitingers und Bod-
ils mers Unterricht genoß. Die ihm von Kindheit an eigne Flüchtig-
der keit und Eile von einer Sache zur andern, ließ es zu einem tiefe-
ist. rcn Eindringen in philologische Studien freilich nicht kommen, seine
nn Kenntniß des classischen Alterthums blieb oberflächlich; früh hervor-
ser stechend aber war seine Neigung und Fertigkeit, sich der Bestim-
s» mung des von ihm erwählten geistlichen Standes gemäß über alles,
er was er empfand und dachte auszudrucken und redselig mitzutheilen,
ne Er nährte und übte sie in den ernsten Freundschaftsbündnissen, die
de er um diese Zeit mit mehreren edlen Jünglingen aus den berühm-
Er hatte z. B. eine lateinische ProLearbcit, von der sein Classenrang ab-e, uing, dem Lehrer schon übergebe», als er sich erinnerte, darin einmal rolara
narr re-v-I-na geschrieben zu haben. Er bat daher Gott inbrünstig, diesenn, Sebmtzcr, eh' ihn der Lehrer bemerkte, noch mit schwarzer Dinte zu corri-
s>ren. Und wirklich fand er nach Rückgabe der sonst fehlerfreien Arbeit das7« wtt schwarzer Dinte hinzugesetzt, was »ach seinem damaligen kindische»h Glauben niemand anders, als Gott gethan haben konnte, aber im Grunde
n nur eme Nachhülfe des Lehrers war, der Doctor Lavaters Sohn partyeiisch
begünstige» wollte.