620 Legio Lehnswesen
zenS erzeugt, und womit Pretiosität und poetische Uebettadung un-verträglich ist. Eben darum aber ist sie in unsern Zeiten so schwerund selten. Herder hat sich um die Bearbeitung der Legende sehrverdient gemacht (s. seine Abhandlung über die Legenden in s. zer-streuten Blättern Thl. 6, und Adrastea St. 5, S. 189 u. ff.) Ao,segarten hat eine Sammlung derselben, deren Werth sehr ge-mischt ist (2 Bde. 1304), herausgegeben. Ein neuer Versuch derBearbeitung derselben ist der kürzlich (iZi3) von äe I» Iläottokougus und Amalra von Imhos erschienene liebliche Sagen - undLegendenalmanach. Endlich wird auch die Schrift, besondersdie Umschrift auf Münzen, oder auf den Rand, auf welchem sich,um das Beschneiden zu verhindern, öfters eine Umschrift befindet,in der Numismatik die Legende genannt. S. Münze. D.
Legio war eine Abtheilung der römischen Armee, welche zuverschiedenen Zeiten eine verschiedene Anzahl Mannschaft enthielt.Unter Romulus wurden aus jeder der drei Tribus 1000 Mann zuFuß und 3oc> zu Pferde ausgewählt. Diese Auswahl (legio) be-trug 3Zoo Mann. Zu Polybius Zeit bestand eine Legion aus 4-00Mann, und so steigerte sie sich am Ende auf 6200 Mann zu Fuß.Die Soldaten einer solchen Legion waren alle römische Bürger;nur im größten Rothfalle nahm man auch Sclaven dazu. Auchdurfte keiner, außer in sehr dringenden Gefahren, unter 17 Jahrealt seyn. Gewöhnlich befand sich bei einerLegion noch eine gleicheAnzahl Bundesgenossen, so, daß, wenn von einer römischen Legiondie Rede ist, man stets ein Corps von g bis 10,000 Mann ver-stehen muß. Das Fußvolk jeder Legion, als diese noch 3ooc> Man»betrug, wurde in 10 Cohortcn, jede Cohorte in 3 Manipeln (Cen-turien, weil sie ivo Mann enthielten) eingetheilt. Als die Legio-nen nachher stärker wurden, behielt man zwar diese Abtheilungbei, theilte aber noch jede Manipel in 2 Centurien, und die Cen-turie wiederum in 10 Decurien. Bei jeder Legion befanden sich6 Kriegstribunen (Kriegsvberstenl, welche nach der Reihe, jedereinen Monat lang, unter dem Consul commandirten. Die Haupt-fahne einer solchen Legion war ein silberner Adler und der Namederselben unterschied sich entweder nach dem Anführer derselben(z. B. die claudianische Legion), oder nach dem Orte, wo siediente, oder nach einer Gottheit, oder nach den Vögeln, oder nachdem Ausgange irgend einer Begebenheit. Unter Augustus bestanddas gesammte römische Heer aus 25 Legionen.
Legiren (im Münzwesenj heißt edles Metall mit unedlemversetzen (beschicken). Die mehrsten Metalle lassen sich unter ein-ender zusammenschmelzen; einige aber garnicht. Bei der Ver-setzung dringen die Bestandtheile derselben oft wechselseitig in ihreZwischenräume ein und werden dichter, als sie nach Verhältniß dereigenthümlichen Gewichte dex Metalle, woraus sie bestehen, ftynsollten; andere werden dagegen lockerer und daher specifisch leich-ter, als man nach der Mittelzahl der Dichtigkeit der versetztenMetalle vermuthen sollte. Verschiedene Metalle vereinigen sich un-ter einander schön und hängen zusammen, wenn auch nur das einedavon in Fluß gebracht wird. Beispiele hiervon liefern das Ver-golden, Versilbern, Verzinnen und Verzinken.
Lehnswesen. Ein Lehn ist ein Besitzthum, wovon Jemand(der Vasall) den Besitz und das Benutzungsrecht, auch ein be-schränktet Recht der Verfügung und Veräußerung unter der Be-