Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
Seite
639
JPEG-Download
 

Leihbank Lein 6z<ß

lSMs, der Name des Vcrpfänders, das Folium des Seihbank-buchs und das Verzcichniß der Pfänder enthalten sind. Wer sichMit einem solchen Scheine bei der Leihbank meldet, der bekommt diePfänder zurück, es wäre denn, daß der wahre Eigenthümer denVerlust des Scheines bereits öffentlich bekannt gemacht hätte. DenAnfang der Leihhäuser hat Dorothcus Ascianus d. i.Matthias Aimmermann, der 1KZ9 als Superintendent zuMeißen starb, in die Zeit des Papstes Pius II. oder Paulus II.,der von 1464 bis 1471 regiert hat, am richtigsten gesetzt. Alleinl der Minorit oder Franziskaner Barnabas JNterarnnensiSlegte zuerst zu Perugia im Kirchenstaate das erste Leih-haus vor dem Jahre 1464 oder im letzterer selbst an, ob dasselbegleich erst 1467 vom Papst Paulus II. seine Bestätigung erhielt.Ein geschickter Jurist zu Perugia, Fortunatus de Copolis,

' billigte diesen Einfall und war zu der Ausführung sehr bchülflich.Noch im I. 1464 bestätigte auch Paulus II. das errichtete Leihhauszu Orvieto; und Sirtus IV. bestätigte sowol das von einem Mi-neriten Franciscus de Viterbo 1469 z» Biterbo angelegteLeihhaus 147a als auch 147g das an seinem Geburtsorte Savonanach dem Muster von Perugia angelegte Leihhaus. So entstandennach und nach fast in allen Städten Italiens während des i 5 ten, und i6ten Jahrhunderts Leihhäuser. In Deutschland ward unterGenehmigung des Kaisers 'Ma x i mili a n I. zu Nürnberg14Z8 das erste Leihhaus unter dem Namen Wechselbank angelegt.In den Niederlanden, wohin die aus der Lombardei in Ita-lien ausgewanderten reichen Kaufleute das Geschafft auf Pfänder zuleihen brachten, in England und Frankreich nannte man vondiesen Longebarden die Leihhäuser zuerst Lombarde. Gegenwärtigist diese heilsame Anstalt säst in allen großen volkreichen Städten inEuropa aufgenommen werde«. X.

Lein (Flachs) ist der allgemeine Geschlechtsname für we-uigstens 24 verschiedene Pflanzen, die sich durch den fünfblättrige»Kelch, durch die fünfblättrige Blumcnkrone und durch die sanfschaa-ligen Saamenkapseln, welche in jedem ihrer zehn Fächer einen ein-zelnen Saamen enthalten, auszeichnen. Eine dieser 24 Gattungen,mit welcher wir es hier allein zu thun haben, ist der gemeine2 ei» (Flachs, Isinum Ii-itstiosimum), deren eigentliches Va-terland man jetzt nicht mehr zu nennen weiß. Die Cultur des Flach-ses ist heut zu Tage über ganz Europa verbreitet, doch mehr imnördlichen, wie im südlichen. Besonders wird der irrländische Flachsallem andern vorgewogen. Nächst diesem wird der flandrische für^n besten gehalten. Wenn die Stengel anfangen eine gelblicheFarbe zu bekommen, und wenn die Knoten sich bräunlich färben,erndtet man den Flachs, d. h. man rauft die Stengel mitder Wurzel aus, bindet sie in Bündel, stellt diese zum Abtrocknenauf, bringt sie dann nach Hause und streift die Knoten oder Saa-menkapseln davon ab. Dann werden die Stengel non neuem inBündel gebunden und in fließendes Wasser gelegt (in die Röste ge-^uacht), jn welchem es sechs bis acht Tage liegen muß. Hier schei-net das Wasser die Flachsfasern, «der den äußern Bast, von demholzartigen Stengel, mit welchem sie vermittelst einer klebrigen,^umnartigen Masse verbunden sind. Dieser bindende Stoff wird-N °us Wasser aufgelöst. Je mehr die Röstung von der Sonne*sia>ienea wird, desto besser geht sie von Statten. Die Röstung