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führen.' sie lachte nur darüber. Einstens sagte sie zu Fontenelli,,,Sie wissen, welche» Handel ich hätte mit meinen Leuten treibenkönnen; und doch könnte ich meine Seele jetzt noch vortheilhafterverkaufen." Ihr Haus war der Sammelplatz der liebenswürdig-sten Personen der Stadt und des Hofes, und zugleich der ausge;zeichnetsten Gelehrten ihrer Zeit. Scarron zog sie bei seinen Ro-manen, Saint-Evrcmon bei seinen Gedichten, Moliere bei seinenKomödien, Fontenelle bei seinen Gesprächen und La Rochefo«-eault bei seinen Maximen zu Rathe. Als die Königin von Schwe-den nach Paris kam, stattete sie der Ninon einen Besuch ab.Wenn sich gleich Rinons geistige Reize bis in Las höchste Alter er-hielten: so war ihre körperliche Schönheit jedoch sehr der Vcrgäng- Ilichkeit unterworfen. Denn Voltaire, der sie in ihrem Alter sah,sagt von ihr, sie sey ein altes runzliches Mütterchen, dürr undsogar, wie eine Mumie, mit Knochen, die von einer schwarzgelben IHaut überzogen gewesen. Sie selbst beklagte sich über die Ver- iWüstungen, die die Schönheit von dem Alter erleiden muß undpflegte zu sagen, sie würde, wenn man sie bei der Schöpfung zuRathe gezogen hätte, die Runzeln dahin verfügt haben, wo Achil- igcs verwundbar gewesen. Dagegen sagt Saint - Evremont von !ihr, sie habe selbst in den spätsten Jahren keine von den ab-schreckenden Unannehmlichkeiten gezeigt, welche sonst gewöhnlichmit dem weiblichen Alter verbunden zu seyn pflegen. So soll siealle ihre Zähne und das Feuer ihrer Augen behalten haben. Beiihrem Tode, der am 17. Oct. 1706 erfolgte, vermachte sie demjungen Voltaire, dessen einstige Berühmtheit sie vorausgesagt hat-te, eine nicht unbeträchtlich« Summe, die er zu Büchern verwen-den sollte. Rousseau, der sie jedoch nur vom Hörensagen kannte,entwirft ein weit nachtheiligeres Bild von ihr und glaubt, wie ermeint, an ihrer Rcchtschaffenheit zweifeln zu müssen, da ihr dieweibliche Tugend unbekannt gewesen sey. Würde Rousseau nichtanders von ihr geurtheilt haben, wenn ihm begegnet wäre, wassich zwischen ihr und Gourville ereignet-? Dieser vertrauere ein-stens bei einer langen Reise der Ninon eine Summe von 10,000Thaler an, und übergab zu gleicher Zeit eine ähnliche Summeeinem seiner Freunde, der ein Geistlicher war. Dieser läugnetebei Gourville's Rückkehr das Geld ab; Ninon hingegen gestandzwar, daß sie ihn nicht mehr liebe, gab ihm jedoch die 10,000Thäler zurück. Dies« berühmte Frau hinterließ einige Früchteihrer Liebeshändel; einer ihrer Söhne, mit Namen La Boissiöre,starb im I. 17Z2 zu Tsulon als Marineminister und zeichnete sichdadurch aus, daß er ein leidenschaftlicher Liebhaber der Musik war,ohne eine Rote zu kennen. Seine Geburt zeichnete sich durch ei-nen Streit aus, der sich zwischen einem Offizier und einem Geist-lichen über die Vaterschaft erhob. Da die Sache zweifelhaft war,so ließ man das Loos entscheiden, und der Offizier ward Vaterzu dem Kinde. Ninvn's zweiter Sohn starb eines sehr tragischenTodes. Er hatte sich in seine eigene Mutter verliebt, ohne zuwissen, wie nahe er ihr angehöre. Nach der Entdeckung des Ge-heimnisses erstach er sich aus Verzweiflung. Dieses schrecklicheEreigniß hat Le Gage in seinem Gil-Blas benutzt und es mit ei-nigen komischen Zügen ausgestattet. Man schlug der Königinvor, sie im Kloster der reuigen Jungfrauen (anx kille--R-exen-ties) aufnehmen zu lassen: sie wies die Bitte von der Hand, m-