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LencloS Lenhard 667
dem sie sagte, Rinon sey weder das eine, noch das anders. Uebri-gens gestand Ninon selbst, sie sey nicht glücklich, und pflegte öfte.rcr zu sagen, sie würde, wenn sie ihren Lebenslauf vorausgesehenhätte, sich eher das Leben genommen, als sich einer solchen Be-stimmung hingegeben haben. Man hat Wri.efe von ihr, derenLechtheit jedoch noch nicht erwiesen ist , auch eine kleine Schrift,Im cogrretts venAoe (die gerächt» Coguette). Die Briefe hieltman deshalb für untergeschoben, weil der Inhalt und die Dar-stellung in denselben zu gesucht, zu kostbar und zu ernst erscheint;dahingegen Ninon'S Art zu schreiben, selbst über Gegenstände derMoral, ungekünstelt, leicht und selbst launsg war. Zum Beweisekönnen einige ihrer Briefe dienen, welche in Saint - Evremont'sWerken abgedruckt sind. Ihr Leben ist zweimal beschrieben, ein-mal, 1751, in einem Duodezbändchen von Bret, und dann vorjenen Briefen von DamourS, welche 17S4. in zwei Duodezbändchenerschienen sind.
Lenhard, v. Jvs., Arzt in Quedlinburg, bekannt durch dieErfindung, Empfehlung und Verbreitung eines sogenannten Ge-sundheitstrankes für Schwangere. Er trat damit zuerst in seinerSchrift: Arzneien ohne Maske (Quedlinburg 1787) auf, und ver-sprach allen Schwängern von dem Gebrauche desselben nichts we-niger, als daß er sie nicht nur in ihrer Schwangerschaft gesunderhalten, sondern auch die Entbindung aus eine bewunderungs-würdige Weise erleichtern, und sie in dem Kindbette vor allen nurerdenklichen Zufällen und Krankheiten sichern solle. Wem hängtdas Volk mehr an, als Geheimnißkrämern, die im Posaunentonunerhörte Versprechungen thun? Manche Schwangere, besondersdie in vorherigen Fällen diese Periode mit Beschwerden überstan-den hatten, andere, welche, noch Neulinge, mit Angst dem cntschei-banden ^.Lage entgegen sahen, erwarteten mit froher Zuversicht Be-freiung von allen Beschwerden, von allen Schmerzen. Vergebensstellten mehrere Aerzte das Unwürdige in der Arkanumßhändlerei,zumal für einen Arzt dar, welcher selbst wissen 'muß, daß eSkein allgemeines Mittel gegen Beschwerden geben kann, welchevon so verschiedenen Ursachen herrühren, welche zum Theil unver-meidlich siyd. Vergebens bewiesen sie, daß die guten Wirkungen,die von einigen gläubigen, dankbaren Seelen laut gepriesen wur-den, von den Abführungen herrührten, welche der Trank bewirkte,daß aber diese Wirkungen, wo sie passend und heilsam wären,durch zweckmäßige Medicamente von den Aerzten, den Umständenviel angemessener, verordnet werden konnten, daß im Gegentheildiese Wirkungen der Mutter und ihrem Kinde sehr nachtheilig wer-den könnten. Vergebens machten mehrere Aerzte und Chemikerbekannt, daß nach genauer Untersuchung des theuern Wundertrankkbloß in einer Auflösung von Bittersalz und Glaubersalz mit Mohn-blumen oder Heidelbeeren gefärbt, bestände. Jede Widerlegunggab dem Erfinder nur mehr Gelegenheit, seinen Trank zu rühmenund zu empfehlen; das große Publicum glaubte und kaufte, undviele Frauen oder deren Männer priesen noch zur schuldigen Dank-sagung das Lob des Wundertrankes in den Zeitungen, keine aber,welche durch Hülfe der Natur, wie vordem, ohne Trank genesenwar, glaubte sich verpflichtet, dieser wohlthätigen Mutter denDank zu bringen! Ob die Vernunft allmählich ihre Rechte be-hauptete, »der was glaublicher ist, der Reiz der Neuheit sich ver-