Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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7Zo LipsiuS Liscov >

Stoiker, sowol was Physik, als was Moral betraf, wieder herzu- Sie!stellen, und seine desfalsigcn Bemühungen zeigen von der ausgebrei- destetsten Gelehrsamkeit. Seine verschiedenen Werke sind 1637 zu Ant-werpen in 4 Foliobänden und 1676 zu Wesel in 4 Octavbänden im sich

Drücke erschienen, welche letztere Edition die vollständigste ist. Die g,ke

vorzüglichsten Schriften daraus sind folgende: Ein Kommentar vinz

über den Tacitus, Bergamo iSor, in 8-, welcher sehr ge- ms

schätzt ist, ob man gleich bei dieser Schrift sowol, wie bei allen in i

übrigen, Lipsius der unverschämtesten Plagiate beschuldigte; Ein Mci

Tractat über die Beständigkeit, welcher als sein bestes eine

Werk betrachtet wird und deshalb auch von dem gelehrten Buch- zur

Händler Räphelen vor allen andern Werken dieses Schriftstellers der ' ThuVergessenheit entrissen wurde; die schon oben erwähnten Varia» tria

leationes, welche, obgleich sein Jugendwerk, doch besser als alle , Aarseine spätern Schriften geschrieben sind, rc. Lipsius starb zu Löwen dienam rZ. März i6c>6. die

Liscov (Christian Ludwig), dessen Geburtsjahr und frühere irrtGeschichte nur mangelhaft bekannt sind, wurde wahrscheinlich im verlAnfange des iZten Jahrhunderts geboren. Im I. 1730 lebte er Häieinige Zeit als Canditat der Rechte zu Lübeck, wo er mit dem da- wa>sigen Vielschreiber, Magister S ie ver s , Streit bekam und durch > Dridiesen zu den ersten Versuchen der persönlichen Satyrs gereiht war- I herde, zu deren Gegenstand er nun eben diesen Sievers wählte. Bon darLübeck ging darauf Liscov 17Z8 als Privatsecretär zu dem Geheimen- beirathe von Blome im Holsteinschen. Von dieser Zeit an bis zu sei- tonnem Auftritte in Dresden, wo er an dem Kammerrathe von Hei- - wnnecken einen großen Beschützer fand, fehlen abermals alle Rachrich- . nigten von ihm. Seine satyrische Laune, die ihn schon aus Lübeck vertrie- Köben hatte, schadete ihm auch in Dresden, welches er auf Verlange» un!des dortigen englischen Ministers, den er durch einige Spottrede» ist.gegen sich aufgereizt hatte, gleichfalls verlassen mußte. Auch von ! niedieser Zeit fehlen die Nachrichten über sein Leben fast gänzlich: wir ! ste>wissen nur, daß er am 3 c>. Oct. 1760 zu Eilenburg in Sachsen, dieund zwar, wie man sagt, im Gefängnisse starb. Unstreitig gehört AfLiscov zu den geistreichsten Schriftstellern seines Zeitalters, so wie woer auch unter den deutschen Satyrikern, von denen ihn vielleicht ^ deiniemand in der Ironie übertreffen hat, einen vorzüglichen Rang R«einnimmt: er ist der Swift der Deutschen. Seine Schreibart ist voll GiKraft und männlicher Stärke, dabei höchst, correct, und sein Witz riiist derb, aber treffend. Seine Schriften sind von ihm selbst ge- nesammelt und führen den Titel: Sammlung satyrischer und crnsthaf- Kcter Schriften, Frankfurt und Leipzig (Hamburg), 1789, gr-8- tigNachdem sich diese Ausgabe vergriffen hatte, veranstaltete Müchlcr al<eine andere in Z Octavbänden (Berlin 1806). Die Personen, gegen in!welche Liscov's Satyren gerichtet waresi, sind, außer obcngcnaim- trtem Magister Sievers, der damals zu Halle lebende Professor Phi- Eilippi, dann Manzel, Rodigast und Hillige, welche drei letztere er (digleichsam nur im Vorbeigehen angriff. Unter allen liscosschen Schrif- ! naten ist vielleicht seine Satyre: Die Vortrefflichkeit und voNothwendigkeit elender Scribenten gründlich er- newiesen, die keinen eigentlichen persönlichen Bezug hat, die beste gaund diejenige, welche dazu beigetragen hat, seinen Namen in ehren- devollem Andenken zu erhalten: sie erhielt zu ihrer Zeit den allgemein- aisten Beifall. Ueber die Veranlassungen zu seinen Satyren gegen Ist