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Fünfter Band. Von I bis L.
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tn der That als Sieger, aber unter so unzweideutigen Vorbedeu.tungcn des Unterganges, den seine Feinde ihm bereiteten, daß Frie-drich der Weise ihn unterwegs wegfangen und heimlich nach derWartburg schaffen ließ, um sein Leben zu sichern. Weder die kai-serliche Achteerklärung noch die Bannbullen des Papstes konnte»ihn hier in der Muße stören, die er zur Uebersetzung des neuenTestaments ins Deutsche anwendete. Doch dauerte sie nur ao Mo-nate. Auf die Nachricht von KarlstadtsBilderstürmerei (s. d. Art.Karlstadt) hielt ihn nichts mehr zurück und trotz der neuen Achtt-«rklärung von Nürnberg und auf die Gefahr der Ungnade des Kur,fürsten eilte er mitten durch das Land des schrecklich gegen ihn er,zürnten Herzogs Georg von Sachsen nach Wirtenberg. Der Brief,in dem er sich wegen dieser Entweichung bei dem Kurfürsten Frie-drich rechtfertigt, ist nicht weniger als sein Betragen auf demReichstage zu Worms ein Beweis seines unerschrockenen Muthei«nd seiner Seelengröße *). So zuversichtlich und kühn durfte nurLuther zu seinem Fürsten sprechen, denn schon hatte er ein Ansetzniy der Welt, das das fürstliche überwog. Muster von Mäßigung,Lehrweisheit und Volksberedsamkeit sind die Predigten, mit denen«r gleich nach seiner Rückkehr im März 1Z22 acht Lage nach ein-ander fortfuhr und den Ausstand der wüthenden Neuerer in Wit-lenberg stillte. Sie zeigen, wie sehr diejenigen irren, die in Lu-ther nur den ungestümen plumpen Eiferer sehen und die Behut-samkeit seines Verfahrens bei der Kirchenrcform, seine feine Men-schenkenntniß und seine Sanftmuth gegen Irrende, die es nur sonstmit der Wahrheit gut meinten, nicht bemerken wollen. Diese Mä-ßigung verließ ihn freilich, wo er sich einen bösen Willen und eineunlautre Gesinnung in den Weg treten, oder die evangelische Wahr-heit in Gefahr sah. Daher seine harte, beißende Antwort aus diekleinliche Schmähschrift des Königs Heinrich VIII. von Englandund die Erbitterung in seinen Streitigkeiten mit Karlstadtund Erasmus. Den letztern hielt er nicht ohne allen Grundfür etwas irdisch gesinnt und lau gegen die gute Sache, in Karl-stadts Angriffen auf seine Abendmahlslehre glaubte er aber offen-bare Abtrünnigkeit und ehrgeizige Eifersucht zu erkennen. Unrerdiesen Kämpfen und Anfechtungen war sein Entschluß, auf einevöllige Reformation der Kirche hinzuarbeiten, zur Reife gediehen,wohl einsehend, das gährende Vordringen der Nation nach demLichte, das seine Schriften verbreiteten, bedürfe nun einer kräftigleitenden Hand, dazu von tausend Stimmen als das von Gott er-

') Luther schrieb dem Kurfürsten damals: „Ich kehre nach Wittenberg zurückin gar viel einen höheren S-Nutz, als ein Kurfürst von Sachsen mir gebenkann. Ich Habs auch nicht in d«M Sinn, Ew. Kurf. Gnaden Schutz -»begehren. Ja wenn ich wüßte, daß Kw. K. Gn- Mich könnte und tvoltteschuhen, so wollte ich erst nicht kommen. Dieser Sache soll noch kann kemSchwerst rathen oder helfen, Gott muß hier allein regiere» ohne ane»menschliche Sorgen und Zuchun. Darum wer hier Gott traur, der ist i>»selbst und andern Schutz- Da ich Ew. K. Gn- noch viel zu schwach-staubigspure, so kann ichEw.K-Gn. nicht für den Mann ansetzn, der mich schützt"»der retten könnte — Ew. K- G». wissen nur und zweifeln nicht daran,daß im Himmel ganz anders, als zu Nürnberg über Liese S««hc beschloßt"ist. — In Leipzig wollte ich hineinreiten, Wenns gleich neun Tage euel Her-zog George regnete und ein jeglicher wäre neunfach wüthender, denn dreierist. Es ist ein andrer Mann, denn Herzog Georg, mit dem ich hantte, derrennet mich fast wohl und ich kenne ihn nicht übel. — Wenn Ew. K- G"-öiaubte, so wurde sse Gottes Herrlichkeit sehen, weil sie «der Nicht glgtz«-hat sie auch n»ch nichts lesehkn."

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