Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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851
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Luther

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wählte Werkzeug dieser Verbesserung begrüßt, wurde er sich seinesBerufs zum Reformator deutlich bewußt und schritt nun mit Nach-druck zur Ausführung des Werkes. Er sing iZ ?3 in Wittenbergan, die Liturgie abzuändern und von leeren Ceremonien zu reini-gen und gab, da er -§24 selbst die Mönchskutte ablegte, das Sig-nal zur Aufhebung der Klöster und zur bessern Verwendung derKirchengüter. Von den Nonnen eines herzoglich sachs. Frauenklo»sters, deren Flucht er erleichtert hatte, nahm er selbst eine, Ka-tharinen von Bora rSaS zum Weibe, ein Schritt, den der42jährige Mann erst nach schwerem Kampfe mit unzähligen Ve,dcnklichkeiten doch gewiß eben sowol aus Grundsatz als mit Nei-gung that. Denn ganz sollten die Lehren des Evangeliums derMenschheit wiedergegeben und wo möglich in allen Verhältnissendie Rechte der Natur und Wahrheit wieder hergestellt werden.Doch nur aus dem Wege der Ordnung wollte Luther die neueForm des kirchlichen Wesens eingeführt wissen. Während er denReichsstädten und fremden Fürsten dabei mit Rath und That zurHand ging, erklärte er sich auf das Äachdrücklichste gegen die Un-ordnungen der aufrührerischen Bauern und der Wiedertäufer, undseine Feinde haben ihm mit dem Verdachte der Anstiftung diesergefährlichen Meutereien und Ausbrüche des Fanatismus um sogrößeres Unrecht gethan, je mehr seinem gesunden nüchternen Ver-stände alle Schwärmerei und Ueberspannung lebenslang fremd undzuwider war. Mit der Ruhe eines festen und bedachtsamen Man-nes, der wohl weiß was er will, gab er daher von i 5-6 bis 2gder Kirche in Sachsen unter Autorität des Kurfürsten mit HülseMelanchthons und anderer Freunde eine neue der Lehre des Evan-geliums entsprechende Ordnung, und vom höchsten Gewichte wardas Verdienst, das er sich durch die Abfassung des großen undkleinen Katechismus um den Schulunterricht erwarb. Nurmit Schmerz kann man dagegen der Intoleranz und Härte geden-ken, die Luther sich um dieselbe Zeit und noch weiter hinaus gegendie schweizerischen Reformatoren wegen ihrer abweichenden Ansichtin der Abendmahlslehre zu Schulden kommen ließ (s. d. Art. Sa-cramentiren, Sacramentsstreit-, Es ist unstreitig, daß«r dadurch eine Hauptursache der Scheidung wurde, welche dieRe-formirten und evangelisch Lutherischen von einander trennt; aberdabei läßt sich auch nicht verkennen, daß er ohne diese Unbiegsam-keit in Sachen des Glaubens schwerlich ein Werk vollbracht habenwurde, zu dessen Vereitelung List und Gewglt unaufhörlich ge-sHafftig wak. Die seit dem öffentlichen Vortrage der Confessionder Protestanten auf dem Reichstage zu Augsburg rLZo immerweiter fortschreitende Ausbreitung und Befestigung der Reforma-tion benahm nun zwar den päpstlichen und kaiserlichen EdictenMen Luther» alle Kraft, aber um desto mehr mußte er gegen dieversuche der schlauen Papisten, ihm durch Unterhandlungen etwasvon der gewonnenen Wahrheit abzudingen, auf seiner Hut seyn,und oz bedurfte gerade dieses nicht selten an Trotz und Starrsinngränzenden Festhaltens derselben, um ihren Sieg zu behauptendGanz consequent schrieb Luther daher in diesem Geiste 1SL7 dieAttintkaldischen Artikel, gab den brandenburgischcn und anyälti-Gesandten, die 1641 vom Reichstage zu Regcnsburg an ihngsichickt wurden, um ihn zur Nachgiebigkeit gegen die Katholischen»u stimmen, eine abschsagliche Antwort und verweigerte 1640 die