858 Luxus Luzerrr
chen, über die Fortschritte und die Nachtheile des Luxus, scheinenalso großentheils von einer hämischen und menschenfeindlichen Em.pfindvng, und von dem Stolze und Neide gegen die niedere Bolks-rlaffe entsprungen zu seyn, indem die höheren Stände sich an den,durch die Fortschritte der Industrie unverkennbar erweiterten Wohl-stand der niederen Elasten, noch nicht gewöhnen können. Mit Un-muts» sehen sie die scharfe Abmarkung der Vorzeit verschwinden, w»Armuth und Mangel der Antheil des Volks, und vorzüglich desLandmanns war. Uedrigens ist noch zu bemerken, daß von de»archischen Luxus, oder Aufwandsgcsetzen der Römervom I. §7- an, bis zu den ins Unendliche vervielfältigten Aufwands,gesehen der Franzosen, Schweizer, Schweden rc., alle Aufwandsge-setze stets ein fruchtloses Bestreben der Regierungen geblieben sind,und anstatt den Geist der Ration umzuwandeln, diesen vielmehrverdarben, und zum Schleichhandel und Einpaschen geneigt gemachthaben. X.
Luynes (Albert, Herzog von) ward 1S78 zu MornaS, in derGrafschaft Venaissin, geboren, und wählte als der erste seiner Fa-milie seinen Wohnsitz zu Paris. Seine Vorfahren, unter dem Na-men Albertt, waren aus Florenz, ihrer Vaterstadt, weil ihr An-setzn und ihre Reichthümer den Neid der Bürger erregt, und sogar«ine Revolution veranlaßt hatte, ausgewandert, und hatten sich zuMornaS niedergelassen. Er war es, der als Günstling Ludwig«XIII., diesen König dahin vermochte, sich des Marschalls d'Ancre,obgleich dieser sein (Luynes) Wohlthäter gewesen, zu entledigen, undsich, an der Spitze des Gouvernements, die Güter desselben zuzu,eignen. Vier Jahre später ward er, am rr. April 16-1, trotz sei-ner Unerfahrenheit in der KriegSwiffenschaft, zum Connctable vonFrankreich ernannt. Auf den höchsten Gipfel des Einflusses geho-ben, erregte er eben durch diesen Einfluß sogar die Eifersucht derKönigs, und wandte alle Mittel an, diese Stimmung noch zu ver-mehren. Um sich in der Gunst des Königs und seiner eigenen Machtnoch immer fester zu setzen, erregte er im I. »Sri den Krieg gegendie Hugenotten, erfocht einige Vortheile über dieselben, starb aber,nachdem er den festen Ort Montauban den Hugenotten nicht hatteentreißen können, am , 5 . Dec. ibri im drei und vierzigste» Jahreseines Alters an einem Scharlachsriesel. Aber noch ehe ihm derletzte Athemzug entfloh, ward er von seinen Kreaturen, die bis da-hin den allmächtigen Minister in ihm verehrt hatten, verlassen unddergestalt beraubt, daß ihm auch nicht einmal ein Stück Leinwandübrig blieb, womit er hätte begraben werden können. Er starbvom Volke verabscheut, und von seinem Könige wenig bedauert.
Luzac (Johannes), Professor der schönen Wissenschaften undder vaterländischen Geschichte zu Leyden, bekannt als Herausgeberder in ganz Europa verbreiteten leydner franz. Zeitung, die , s»lange sie von ihm redigirt wurde, als die Vareus -lixlomstignsvon allen Staatsmännern und Freunde» der Geschichte betrachtetwar, dann auch durch vortreffliche Schriften in den genannten Fa<chern, so wie durch die Unfälle, welche ihn während der Revolution,wegen seiner Abneigung gegen die demokratische Partei, trafen, en-digte am ir, Jan. 1807, beim Auffliegen des mit Pulver beladene»Schiffes, auf ein« höchst unglücklich« Weise sein verdienstvolle«Leben/
Luzern, am kuzernersee, am Au-fluffe der Rüß, ist ziemlich